Weltpremiere: Alstoms Wasserstoff-Züge starten im öffentlichen Linienverkehr in Niedersachsen

© René Frampe evb coradia iLint

Freuen auf diese Weltpremiere und eine Fahrt mit den geräuscharmen, bis zu 140 Stundenkilometern schnellen Zügen dürfen sich vorerst aber nur Reisende im Elbe-
Weser-Netz der evb.

Im Auftrag der LNVG werden die Coradia iLint auf einer knapp 100 Kilometer langen Strecke zwischen Cuxhaven, Bremerhaven, Bremervörde und Buxtehude unterwegs sein und die bisherigen Dieseltriebwagen der evb ersetzen. Betankt werden die neuen Züge mit Hilfe einer mobilen Tankstelle. Aus einem neben den Gleisen im Bahnhof Bremervörde stehenden, 40 Fuß großen Stahlcontainer wird der gasförmige Wasserstoff in die Züge gepumpt. Dank einer Reichweite von 1000 Kilometern können sie mit nur einer Tankfüllung einen ganzen Tag lang im Netz fahren. Pläne für eine ortsfeste Wasserstoff-Tankstelle auf dem Betriebsgelände der evb gibt es bereits. Sie soll 2021 in Betrieb gehen, wenn Alstom weitere 14 Wasserstoffzüge an die LNVG ausliefert.

Der Bund hat die Entwicklung und Erprobung der neuen Antriebstechnologie in Niedersachsen ebenfalls tatkräftig unterstützt, dafür Fördergelder aus dem Nationalen Innovationsprogramm für Wasserstoff und Brennstoffzellen-Technologie bereitgestellt.

Mit jährlich etwa 2 Mio. Reisenden auf der Schiene und rd. 4 Mio. Fahrgästen in ihren Bussen zählt die evb zu den großen Mobilitätsanbietern im Elbe-Weser-Dreieck. Das auf eine über 100-jährige Geschichte blickende Traditionsunternehmen und seine rd. 550 Beschäftigten freuen sich sehr auf den „Zug der Zukunft“. Dr. Marcel Frank, Geschäftsführer der evb, unterstreicht: „Dass wir den weltweit ersten wasserstoffgetriebenen Zug auf unserem Weser-Elbe-Netz im Fahrgastbetrieb zwischen Cuxhaven, Bremerhaven, Bremervörde und Buxtehude einsetzen werden, ist ein Meilenstein. Nicht nur für die Region und uns, sondern für den gesamten Schienenpersonennahverkehr weltweit. Für die evb beginnt damit der Schritt in die emissionsfreie Mobilität“.

Mit einer Zuglegende durchs Moor

Vor mehr als einem Jahrhundert revolutionierte der Moorexpress die Fortbewegung durch das Teufelsmoor: Erstmals konnten die Menschen ihre Region trockenen Fußes durchqueren.

Der rote Zug ist zu einem Symbol der Landschaft und ihrer Besiedlungsgeschichte geworden. Auch heute kann man den Spuren der Teufelsmoorbewohner folgen: Von Mai bis Oktober ist der historische Zug auf einer der reizvollsten Strecken Norddeutschlands unterwegs. Auf knapp 99 Kilometern zieht die weite Landschaft gemächlich vorbei. Zahlreiche Haltepunkte bieten Gelegenheit, Land und Leute kennenzulernen, viele Sehenswürdigkeiten zu besuchen oder die nächste Fahrradtour zu planen. Ein Fahrradwaggon ermöglicht den komfortablen Transport der Drahtesel zum gewünschten Haltepunkt – dem Start- oder Endpunkt.

Der Moorexpress fährt samstags, sonn- und feiertags auf der Strecke zwischen Bremen, Osterholz-Scharmbeck, Worpswede, Gnarrenburg, Bremervörde und Stade. Kleine Snacks und kühle Getränke, wie die regionalen Spezialitäten Moorbier und der Kräuterlikör Jan Torf, stehen bereit. Der Moorexpress bietet 90 Sitzplätze, von denen 56 Plätze reserviert werden können. Für Fahrräder stehen 25 Plätze zur Verfügung. Toiletten sind im Zug vorhanden.

Infos erhalten Sie unter www.moorexpress.de

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