Schwerelosigkeit im Wasser genießen

Der in ganz Europa bekannte und beliebte Kreidesee zieht Tausende von Touristen jedes Jahr in die junge, dynamische Stadt Hemmoor an der Oste. Aber: was ist das faszinierende und verlockende am Kreidesee?

Der Kreidesee ist ein gefluteter Tagebau, in dem von 1862 bis 1976 Kreide abgebaut und in der damaligen Fabrik zu Zement verarbeitet wurde. Diese Fabrik sorgte in der Region für zahlreiche Arbeitsplätze und wirtschaftlichen Fortschritt. Die Eisenbahn wurde 1881 von Stade nach Cuxhaven ausgebaut und auch der Schiffsverkehr auf der Oste profitierte vom dem alsbald weltweit bekannten „Portland Cement.“ Die bekanntesten Bauten mit dem Hemmoorer Zement sind das Chile-Haus, das Hotel Atlantik und der Alte Elbtunnel in Hamburg aber auch die Freiheitsstatue in New York steht auf dem Sockel aus Hemmoorer Zement.

Kreidesee14Nach Ende dieser Ära, wurden die Pumpen abgestellt und die Grube füllte sich mit Grund- und glasklarem Quellwasser. Noch heute befinden sich Fragmente aus der Zeit der Zementfabrik am Grund des Sees: Gebäude, ein Rüttler, Straßen, ja sogar Straßenlaternen gibt es da unten als Huldigung an die wichtige Zeit zu entdecken. Aber auch Wälder sind unter Wasser zu erkunden, gesunkene Autos, ein versenkter LKW und ein im Wasser frei schwebendes Flugzeug des damaligen Astronauten Alan Shepard – eine Piper 28 mit Skelett am Steuerknüppel –gibt es neben unzähligen anderen Highlights zu erblicken.

Im Kreidesee – der gut 1,3 km lang und 500m breit ist – ist an seiner tiefsten Stelle etwa 60 Meter tief. Trotzdem ist die Sicht unter Wasser je nach herrschenden Verhältnissen teilweise bis zu 25 Meter weit – ein wahres Paradies für jeden erfahrenen Taucher. Aber – nicht jeder kann oder will tauchen, und würde trotzdem doch so gerne diese Dinge in den klaren Tiefen des Kreidesee entdecken. Dafür gibt es dann ein U-Boot. Das U-Boot schwebt durch den taghellen Kreidesee und man entdeckt die Schätze der Natur – und des Erfinders, Holger Schmoldt.

„Wir haben ein paar tolle Ziele für die Gäste der U-Boot Fahrten, so kann man bereits bei der kurzen Fahrt von 25 Minuten in etwa 15 Meter Tiefe das Flugzeug mit dem Skelett entdecken – bei den richtigen Wetterbedingungen erlebt man hier ganz besondere Licht- und Wasserspiele.“

Aber es kann noch weiter – und tiefer gefahren werden. Während man bei einer Stunde schon bis auf 40 Metern Tiefe vieles entdecken kann ist die Königsdisziplin ein etwa 90 minütiger Tauchgang im U-Boot bis auf den Grund des Sees, wenn es der Gast möchte. Aber – nach 90 Minuten sollte man mal wieder auftauchen – man ist „voll“ mit Eindrücken und Sinneswahrnehmungen, die man erst verarbeiten muss. Das Boot und der Pilot könnten noch länger unten bleiben, denn der Sauerstoff reicht für gut 96 Stunden und etwas Verpflegung ist neben guter Musik auch an Bord. Das Platzangebot im U-Boot ist ausreichend, mit einem Durchmesser von 1,2 m sitzen die beiden Passagiere wie in einem Fiat Panda nebeneinander vor der großen, gewölbten Glasscheibe und haben einen perfekten Panoramablick. Erfahrene Taucher sagen übers U-Boot fahren, es sei viel entspannter und relaxter. Man hat das Gefühl, wie ein Astronaut in einer Raumstation durch die Schwerelosigkeit zu schweben – und, wer möchte das nicht auch mal.

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