Ausstellungsprogramm der Museen Stade

KUNSTHAUS
EIN KÜNSTLERPAAR DER MODERNE
Emil Maetzel & Dorothea Maetzel-Johannsen
18. Februar bis 5. Juni 2017

Emil Maetzel (1877-1955) und Dorothea Maetzel-Johannsen (1886-1930) sind zentrale Vertreter der künstlerischen Avantgarde in Hamburg. Die Stadt erlebte 1919 mit Gründung der Hamburgischen Sezession eine zweite, wichtige Phase des Expressionismus, an der das Malerpaar einen entscheidenden Anteil hatte. Emil Maetzel und Dorothea Maetzel-Johannsen waren in Hamburg und darüber hinaus höchst angesehen und prägten das Kunst- und Kulturleben der 1920er Jahre. In die Zeit von 1919 bis 1923 fielen auch die ersten Hamburger Künstlerfeste, die ein Feuerwerk rasanter Revuen von Tänzern, Sängern, Schauspielern zündeten und unter deren Initiatoren Emil Maetzel herausragte.

WOLFGANG HERRNDORF
24. Juni bis 3. Oktober 2017

Als preisgekrönter Bestseller-Autor (u.a. „Tschick“ und „Sand“) hat Wolfgang Herrndorf (1965-2013) Berühmtheit erlangt. Die Ausstellung stellt den Schriftsteller von seiner weniger bekannten Seite vor: Herrndorf war ausgebildeter Maler. Im Kunsthaus Stade kann sein bildnerisches Werk in mehr als 100 Gemälden und Zeichnungen entdeckt werden. Wie auch seine Texte, geben die Bilder Zeugnis von seiner einzigartigen Beobachtungs- und Darstellungsgabe. Themen der Zeitgeschichte sowie des Alltäglichen, aber auch die Auseinandersetzung mit bekannten Kunstwerken verarbeitete er humorvoll und teilweise spöttisch. Die gezeigten Werke stammen aus dem Nachlass Herrndorfs, dessen Aufarbeitung gerade erst beginnt.

THORSTEN BRINKMANN
21. Oktober 2017 bis 4. Februar 2018

In diesem Jahr jährt sich der Eklat um Marcel Duchamps Fountain von 1917 zum 100. Mal. Das handelsübliche und von Duchamp mit einem Pseudonym signierte Pissoir sollte die Kunst nachhaltig verändern. Von nun an war das Readymade entdeckt und die Grenze von Kunst und Nicht-Kunstkunst verschoben. Aus diesem Anlass zeigt das Kunsthaus Stade eine Ausstellung zur Aktualität des Readymades im 21. Jahrhundert.
Thorsten Brinkmann, 1971 in Herne geboren, ist ein Readymade-Künstler par excellence. Seit nahezu 20 Jahren arbeitet er mit gefundenen Objekten, die er zu humorvollen und oftmals skurril anmutenden Skulpturen zusammenfügt. Darin gibt er der von Duchamp initiierten künstlerischen Strategie eine zeitgenössische Wendung. Brinkmann nimmt Themen unserer heutigen Zeit wie den Konsum, die Migration von Dingen und den Fetischismus des Objekts in den Blick.

SCHWEDENSPEICHER
500 JAHRE REFORMATION
IM ELBE-WESER-DREIECK
20. Mai bis 15. Oktober 2017

Die Ausstellung begibt sich auf die Suche nach den Sachzeugen der Reformation in unserer Region. Neben einem Wandel in den Sakralausstattungen der Kirchen gibt es eine Vielzahl neuer Schriften, wie Bibeln, Gesang- und Gebetsbücher. Die Reformen Martin Luthers führten zu zahlreichen Veränderungen, die sich in den verschiedensten Objekten widerspiegeln. Gleichzeitig wird die Frage gestellt, was wir über die Durchsetzung des neuen Glaubens wissen. Wie vollzog sich der Wandel? Wie müssen wir uns das Nebeneinander, das Miteinander und auch das Gegeneinander in diesem Prozess vorstellen? Vieles deutet auf einen eher langsamen Wandel im Stader Raum hin, der von gegenseitiger Toleranz geprägt war. Welche Indizien gibt es für Glaubensfreiheit und Ökumene? Eine spannende Spurensuche, die viele Aspekte der Lebenswelt des 16. und 17. Jahrhunderts berührt.
Flankiert wird die Ausstellung von einem umfangreichen Rahmenprogramm mit Vorträgen, Lesungen, Konzerten und weiteren Veranstaltungen.

FREILICHTMUSEUM
In einem der ältesten Freilichtmuseen Deutschlands lassen sich die Kultur und Natur des Alten Landes entdecken. Direkt am Rande der Stader Altstadt gelegen, können sich die Gäste auf eine Reise in die Vergangenheit begeben und viel Spannendes über das Leben und Arbeiten im Alten Land erfahren. Am jeweils ersten und letzten Sonntag des Monats finden Führungen durch das Altländer Bauernhaus statt.

Am Sonntag, 30.04. startet das Freilichtmuseum in die neue Saison. Dieser Tag wird auch genutzt werden, um die abgeschlossene Restaurierung der Bockwindmühle zu präsentieren: mit Führungen durch die Mühle, einem Jazzfrühshoppen mit Mühlenbier und Mühlenwurst (eigens gebraut und geräuchert). Dass die Mühle nun endlich wieder gedreht werden kann, wird mehrmals an diesem Sonntag vorgeführt.

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