Stand-up-Paddling: Ein Spaziergang auf dem Wasser für jeden

Die neue Stand-up-Paddling- Saison kann bald im Holzhafen losgehen: Von Ostern an begrüßen die beiden Betreiber des SUP-Clubs Stade, Roberto Padlina und Philipp Heindl (von rechts), ihre Gäste. Bis dahin hat Karsten Richter das alte Garnisionsgebäude komplett umgebaut unter anderem entsteht ein Kiosk. Foto Dede

Die Reinfallquote ist überraschend gering – noch ein Beweis dafür, dass Stand-up-Paddling, zu Deutsch Stehpaddeln, auch für eher Unsportliche jeden Alters geeignet ist. „Nur zehn Prozent fallen in unseren Kursen ins Wasser“, erklärt Philipp Heindl vom SUP Club Stade. Wer testen möchte, zu welcher Gruppe er gehört, kann von Ostern an auf die Boards steigen und über den Burggraben spazieren.

Aber auch einfach nur Entspannen ist auf dem Gelände des SUP-Clubs „Stade Beach by Freerider“ möglich. Neue Liegen aus umgebauten Europalletten laden zum Verweilen in dem verwunschenen, rund 2.000 Quadratmeter großen Garten mit Blick auf den Holzhafen ein. Das komplett umgebaute Garnisionsgebäude beherbergt jetzt einen Kiosk, damit keiner durstig oder hungrig auf die Bretter oder in ein Kajak steigen muss.

Außerdem kann ein Teil des Hauses für Geburtstage, Betriebsfeiern und Co. ganz wetterunab-hängig gemietet werden. Es hat sich also einiges in dem historischen Gebäude getan, seitdem der SUP-Club es Pfingsten 2016 gepachtet und dort seinen Verleih von SUP-Boards, Kajaks und Kanus in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Fleetkähnen etabliert hat.

Die Ideenvielfalt von Philipp Heindl und seinem Geschäftspartner Roberto Padlina ist damit aber noch keineswegs ausgeschöpft. Die beiden haben sich noch mehr für die neue Saison ausgedacht. Die bisher junge Trendsportart SUP-Yoga, der Hansehafen-Cup und ein Frühschoppen während des Festivals „Müssen alle mit“ im Bürgerpark sowie eine Messe stehen unter anderem auf dem Programm.
Das Garnisionshaus mit seinem altem Gemäuer und hawaiianischem Flair im Inneren kann beim „Beach House Opening“ am Samstag, 27. Mai, begutachtet werden. An dem Wochenende präsentieren außerdem Hersteller ihre neuen, zwischen drei und fünf Meter langen Boards und das passende Zubehör. Besonders beliebt ist derzeit die aufblasbare Variante. Das Board kann nach dem Herauslassen der Luft kompakt gefaltet und zum Beispiel problemlos im Kofferraum eines Kleinwagens verstaut werden. Andere Experten stellen SUP-Yoga auf extra breiten Brettern vor – eine rasant wachsende Trendsportart.

Gerade für Yoga auf dem Wasser, das unter anderem von der extrovertierten Sängerin Lady Gaga praktiziert wird, ist Stade prädestiniert. Der Burggraben ist windgeschützt, naturnah und idyllisch – ganz wie es Yoga-Anhänger mögen. Deswegen findet in Stade auch ein dreitägiger Kursus für neue SUP-Yoga-Trainer statt. Auf der schwimmenden Yoga-Matte trainieren sie unter anderem klassische Übungen wie Sonnengruß, Baum und Kobra.

Weniger ruhig, aber dafür actionreich geht es beim bundesweit kürzesten SUP-Rennen zu. Während der „Langen Nacht“ am 7. Juli treten zum zweiten Mal Stand-up-Paddler im historischen Hansehafen gegeneinander an. „Da die Strecke so kurz ist, können die Zuschauer vom Start bis zum Ziel den gesamten Rennverlauf beobachten“, erklärt Roberto Padlina. „Gute Stimmung und Spannung ist damit beim Hansehafen-Cup garantiert.“ Dafür sorgen ebenso ein DJ und ein Moderator.

Wer bei dem Rennen dabei sein möchte, sollte vorher ein wenig mit einem der drei SUP-Coaches auf dem Burggraben trainieren. Die Erfolgserlebnisse kommen schnell, die Begeisterung wächst in der Regel noch schneller. Lediglich ein guter Gleichgewichtssinn ist entscheidend, damit auch Neulinge den Spaziergang auf dem Wasser erleben können, betont Philipp Heindl: „Wer ausreichend Gleichgewichtssinn für das Fahrrad- oder Tretbootfahren hat, ist herzlich willkommen.“
Mit einem langen Paddeln bewegen sich die Sportler vorwärts – jeder Muskel wird dabei bean-sprucht. Eine Altersgrenze nach oben gibt es dabei nicht. „Unsere älteste Kursteilnehmerin war 85 Jahre alt“, sagt Philipp Heindl. Los geht es ab etwa acht Jahren – dann aus Sicherheitsgründen mit Schwimmweste. Viele Familien erleben abwechslungsreiche Stunden beim SUP-Club Stade. Einige feiern dort auch Kindergeburtstag. Die jungen Sportler genießen dabei den Sprung in den Burggraben sehr. Auch Firmen buchen Kurse oder Junggesellen zelebrieren mit Freunden ihren letzten Abend vor der Ehe.

„Rund 80 Prozent sind Neulinge“, weiß Roberto Padlina. Doch das wird sich bald ändern: Wer einmal auf dem langen Board gestanden hat, kommt immer wieder, so der Stader weiter: „Die Wiederholungsquote ist sehr groß. Viele Frauen probieren Stand-up-Paddling aus und überzeugen dann ihre Männer ebenfalls davon.“ Viele würden ein neues Hobby finden – ein sehr abwechslungsreiches obendrein.
In Stade kann neben dem Burggraben mit seinen Wallanlagen entlang der Altstadt auch die Schwinge erobert werden – Natur pur zwischen Kuhweiden und Getreidefeldern ist garantiert. Etwas schwieriger ist es, die Schwinge Richtung Stadersand zu paddeln. Dafür belohnt der Blick auf die Elbe die Mühen. Außerdem können Stand-up-Paddler mit ihren Boards Wellenreiten sowie Rennen oder Wildwasserstrecken fahren.
Wer es hingegen klassischer mag, kann in eines der 20 Kajaks und Kanus steigen. Zur Auswahl stehen einer und zweier Kajaks sowie zweier, dreier und vierer Kanus. Sie können ebenso wie die 35 SUP-Boards, Paddel und Neoprenanzüge ab 14. April immer donnerstags und freitags von 14 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 19 Uhr ausgeliehen werden. In den Schulferien sind erweiterte Öffnungszeiten geplant. Außerdem können Gruppen ab zehn Personen täglich zwischen 9 und 22 Uhr Boards ausleihen sowie Kurse und das „Beach House“ buchen. Weitere Informationen gibt es im Internet. (nd)
www.supclubs.de
www.stade-tourismus.de

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