Erste-Hilfe-Ausbildung ändert sich

Bundesweit bildet das Deutsche Rote Kreuz jedes Jahr knapp 1,2 Millionen Menschen als Ersthelfer aus. Im Landkreis Stade sind es  jährlich rund 5500. Auf all diese Teilnehmer kommen nun grundlegende Veränderungen zu: Die Erste-Hilfe-Ausbildung wird zum 1. April dieses Jahres umfangreich novelliert. Das sorgt wiederum immer wieder für Unsicherheiten, Fragen und zahlreiche Anrufe beim DRK-Kreisverband Stade, berichtet der Ausbildungsbeauftragte, Eckhardt Guder. Das MENSCH-Magazin leistet hier Abhilfe: Es beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Erste-Hilfe-Reform.

Was für einen Kursus müssen künftig Führerschein-Bewerber absolvieren? 

Bisher mussten Führerschein-Bewerber den Lehrgang „Lebensrettende Sofortmaßnahmen am Unfallort, kurz LSM, besuchen. Dieser obligatorische Kursus wird nun durch die neue „Erste-Hilfe-Ausbildung“ mit neun Unterrichtseinheiten ersetzt.

Wie lange dauert dieser Lehrgang?

Der Kursus „Erste-Hilfe-Ausbildung“ verlängert sich um eine Unterrichtsstunde. Künftige Autofahrer müssen also 45 Minuten mehr aufwenden – denn das entspricht dieser zusätzlichen Unterrichtseinheit von insgesamt neun. Damit dauert der Lehrgang also acht Zeitstunden. „Mit den neuen Kursen bieten wir deutlich mehr Praxisbezug, um bei Unfällen die Verletzten besser versorgen und auch mehr Leben retten zu können“, wirbt der DRK-Bundesarzt Professor Peter Sefrin für die umfangreichere Schulung.

Was ändert sich bei der Ausbildung zum betrieblichen Ersthelfer?

Die Grundausbildung von Betriebshelfern verkürzt sich vom 1. April an von 16 auf 9 Unterrichtseinheiten. Das entspricht dann einem Tag – zuvor waren es zwei.

Warum ist diese Verkürzung sinnvoll?

Die Betriebe müssen damit ihre Mitarbeiter nur noch einen Tag statt bisher zwei Tage für die Teilnahme an der Erste-Hilfe-Ausbildung freistellen. So können sie mehr Mitarbeiter für die  Lehrgänge gewinnen. Außerdem wurde der Inhalt auf das Wesentliche reduziert. „Zum Beispiel wird es mehr Training der Herz-Lungen-Wiederbelebung geben. Hierbei berücksichtigen wir auch, dass in Deutschland in der Regel spätestens nach 15 Minuten professionelle Hilfe eintrifft“, erklärt Professor Peter Sefrin.

Wie steht es um die Auffrischung der betrieblichen Ersthelfer?

Die Erste-Hilfe-Auffrischung bleibt bei einem Tag und passt sich zeitlich dem Erste-Hilfe-Kursus – den auch Führerscheinanwerber absolvieren müssen – mit neun Unterrichtseinheiten an. Die Ausbildung verlängert sich damit lediglich um 45 Minuten. Die Auffrischung soll weiterhin alle zwei Jahre durchgeführt werden, damit die betrieblichen Ersthelfer ihren Status behalten können.

Dauern damit also alle Lehrgänge gleich lang? 

Die meisten und am häufigsten nachgefragten Erste-Hilfe-Kurse sind auf neun Unterrichtsstunden gestrafft beziehungsweise verlängert worden. Sie sollen mehr Praxistraining und dafür weniger Theorie bieten.

Was für Erste-Hilfe-Kurse gibt es darüber hinaus?

Der DRK-Kreisverband Stade bietet zum Beispiel den Lehrgang Erste Hilfe am Kind für Eltern, Großeltern und Erzieher an. Teilnehmer lernen hierbei Wissenswertes über eine Vielzahl von typischen Kindernotfällen und Kindererkrankungen – denn auf die muss ganz besonders reagiert werden. Außerdem gibt es Kurse zur Ersten Hilfe bei Sportunfällen sowie  Notfalltrainings in Arztpraxen. Kinder werden im Kursus „Heranführung an die Erste Hilfe“ mit einfachen Verhaltensweisen und Maßnahmen bei Notfällen vertraut gemacht.

Wo gibt es weitere Informationen?

Interessierte finden weitere Informationen zu den verschiedenen Kursen, Terminen im gesamten Landkreis Stade und Ansprechpartnern im Internet auf der Homepage des DRK-Kreisverbandes  unter www.mehr-als-blaulicht.de

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