Der Einzelne steht im Mittelpunkt

Tagespflege Freibug

Es ist ein grauer, verregneter und kalter Morgen. Ich steige in mein Auto, fahre auf die Bremervörder Straße, auf der schon ein reger Verkehr herrscht. Autos, Lkw´s, Busse, Fahrradfahrer und Fußgänger – alle wollen schnell an ihr Ziel. An der Berufsschule vorbei wird es schon ruhiger. Ganz entspannt genieße ich die Fahrt über die Dörfer durch das schöne und weitläufige Kehdinger Land. Heute bin ich mit Angelika Haack in der neu errichteten Tagespflege in Freiburg verabredet. Und auf dieses Treffen freue ich mich besonders.

Zum einen hatte ich im Sommer 2013 die Tagespflege in Himmelpforten besucht und das angenehme, herzliche und freundliche Miteinander zwischen Angelika Haack, Mitarbeiterinnen und Besuchern kennengelernt. Zum anderen ist mir das Seniorenheim in Freiburg in sehr guter Erinnerung. Im Jahr 2005 erkrankte meine liebe Oma schwer und brauchte eine 24-Stunden-Betreuung. Wir entschieden uns für eine Unterbringung im Seniorenheim in Freiburg. Oft waren meine Familie und ich zu Besuch. Besonders gut im Gedächtnis ist mir das hell und freundlich eingerichtete Haus und die persönliche Atmosphäre zwischen Mitarbeiter/-innen und Bewohner/-innen. Dennoch bin ich ganz gespannt, wie die Tagespflege in Freiburg angenommen wird. Die Region ist von Landwirtschaft geprägt. Hier leben und arbeiten die Menschen oft über drei Generationen zusammen.

Nach 45 Minuten Autofahrt angekommen, steige ich aus meinem Auto und ziehe mir die Kapuze ein wenig ins Gesicht. Mittlerweile regnet es wie aus Eimern. Die Blätter fallen in vielen bunten Farben von den Bäumen und ein kalter, nasser Wind peitscht mir ins Gesicht. Meine Schritte werden schneller – doch vorsichtig! Da kommt mir doch was entgegen! Ja, es ist „Nelson“ – der freundlich quietschende Mops – Hausherr! Kurz dahinter läuft Angelika Haack. Es ist ein fröhliches und sympathisches Wiedersehen!

Angelika Haack, Nelson und ich rennen zum Eingang der Tagespflege. Wir gehen erst einmal in ihr Büro. Bei einer Tasse Schwarztee unterhalten wir uns. Ein bisschen abgelenkt von Nelson`s Charme und Winseln erfahre ich von Angelika Haack viele Details über die Tagespflege. Am 1. Oktober wurde die Tagespflege geöffnet. Insgesamt stehen 60 Plätze in der Woche zur Verfügung. An fünf Tagen je zwölf Plätze. Bisher gibt es insgesamt 17 Besucher. „Für den Anfang ist das schon ganz toll“, sagt Angelika Haack. Jedoch wünscht sie sich, dass es mehr Besucher/-innen aus der Region gibt. Gerade für ältere Menschen, die körperlich oder geistig nicht mehr überall dabei sein können und vielleicht die ein oder andere Hilfestellung benötigen, ist es wichtig Angebote zu schaffen. In der Tagespflege werden Kontakte zu anderen Menschen gepflegt und aufgebaut. Dabei stehen die Bedürfnisse, Wünsche und das Wohlergehen jedes Einzelnen im Mittelpunkt und werden beim Tagesablauf berücksichtigt.

Freiburg

Von links: Erwin Ahlf, Angelika Haack mit Nelson, Klaus Beckmann, Nadine Preisler und Waltraud Eichhorn

Angelika Haack – Nelson voraus – zeigt mir die Räumlichkeiten. Wir gehen den Flur entlang und kommen in den Gemeinschaftsraum. Erwin Ahlf, Klaus Beckmann und Waltraud Eichhorn sitzen hier beim gemeinsamen Frühstück zusammen. Der Tisch ist liebevoll gedeckt, frische Blumen stehen auf dem Tisch. Dabei habe ich die Gelegenheit mich vorzustellen. Ich erzähle ein wenig über meinen Job und meine Person. Nadine Preisner, die ein freiwilliges soziales Jahr absolviert, bereitet schon die Spiele vor. Die heutigen Besucher möchten gerne nach dem Frühstück „Mensch ärgere dich nicht“ spielen. Ich schaue mich im Raum um und sehe schon viel selbstgebastelte Dekorationen. Angelika Haack sagt, dass die Besucher selbst bestimmen, wozu sie Lust haben. Ob Zeitung lesen, kreatives Gestalten und Basteln, Gedächtnisübungen oder Gesellschaftsspiele. Es wird gemeinsam entschieden, was gemacht wird. Und wenn jemand keine Lust hat, kann er sich in einen Ruheraum zurück ziehen. „Wichtig ist uns, dass jeder sich wohlfühlt und gerne wieder kommt“, sagt Angelika Haack.

Im Gemeinschaftsraum befindet sich auch der Küchenbereich. Hier bereitet die Pflegefachkraft Silke Krönke das heutige Mittagessen vor. Es duftet schon herrlich nach selbst zubereiteter Erbsensuppe. So haben sich das die Besucher gewünscht. Zusammen überlegen sie vorher, was sie essen möchten, und das Team der Tagespflege besorgt alle Zutaten. Jeder, der möchte, kann fleißig mitkochen. So verführerisch es auch duftet, ich muss mich leider verabschieden. Ich wünsche allen Besuchern und Besucherinnen einen guten Appetit, und dass sie gut durch die kalte Jahreszeit kommen.

Es wird mir wieder bewusst, wie wichtig das Angebot der Tagespflegeeinrichtung ist. Den Menschen wird die Möglichkeit gegeben, Kontakte zu anderen Menschen zu pflegen und aufzubauen. Einen „Herzlichen Dank“ an Angelika Haack für das freundliche und offene Gespräch. „Nelson“ – schön dich kennengelernt zu haben – ich wünsche dir noch viele nette Bekanntschaften und vielleicht fällt ja mal was in der Küche für dich runter!

 

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