Bürgerbus nimmt Fahrbetrieb auf

Noch wird der neue Bürgerbus gebaut, doch schon bald soll er in der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten unterwegs sein. Anfang August soll der Bus seinen Fahrbetrieb aufnehmen. Dann macht er an 40 Haltestellen von Oldendorf über Estorf und Bossel nach Himmelpforten Station. Zu verdanken ist das dem Verein BürgerBus Osteland. Engagierte Bürger haben sich seit 2010 für das Projekt eingesetzt und schließlich in den politischen Gremien Unterstützung erhalten.

Ziel des neuen Angebots ist es, die Dörfer in der Samtgemeinde besser anzubinden, erklärt Peter Wortmann vom BürgerBus-Verein. Junge Familien sollen in den Orten gehalten werden. Jugendliche sollen sicher befördert werden – gerade sie klagten über schlechte Busverbindungen. Senioren sollen auch ohne ein eigenes Auto mobil bleiben.

„Wir möchten durch die verbesserte Daseinsvorsorge unseren ländlichen Raum liebens- und lebenswert erhalten“, erklärt Peter Wortmann weiter.

Genau deswegen gibt es bereits in anderen Gemeinden einen BürgerBus, wie etwa in Harsefeld und Fredenbeck.

Der Oldendorfer Wortmann wird selbst am Steuer sitzen – ebenso wie 18 weitere Männer und Frauen, die ehrenamtlich den BürgerBus lenken. „Weitere Fahrer sind herzlich willkommen“, betont der Fahrdienstleiter Eckhard Wintersieg, der sich einmal pro Woche ans Steuer setzen wird. So oft müssen die anderen Ehrenamtlichen nicht eine Schicht übernehmen, ergänzt der Vereinsvorsitzende Viktor Pusswald: „Ein Tag im Monat, also zwei Dienste sollten die Fahrer aber dabei sein.“ Einen Busführerschein müssen die Aktiven nicht haben. Stattdessen machen sie einen Gesundheitscheck, um den sogenannten Personenbeförderungsschein zu erhalten. Trainingsstunden mit dem BürgerBus machen die Fahrer dann fit für ihre Schichten. Darauf setzt auch Gisela Wichern. Denn noch ist die künftige Fahrerin etwas aufgeregt: „Ich habe keine Angst, aber Respekt.“

All die Fahrer sind 36 Kilometer pro Tour der Linie 2927 unterwegs. Los geht es in Oldendorf vor dem Edeka-Markt an der Haltestelle „Lämmerhof“ – die erste Fahrt des Tages startet dort um 7.29 Uhr, der letzte Bus kommt um 18.45 Uhr an. Ziel ist der Bahnhof in Himmelpforten. Denn der Stundentakt des Metronom-Zuges kann die KVG in der Fläche nicht bedienen, so Peter Wortmann weiter. Das ändert sich nun montags bis samstags mit dem BürgerBus Ostetal.

Acht Fahrgäste dürfen gleichzeitig auf der Tour über Gräpel, Kranenburg und Burweg mitgenommen werden. Sie zahlen zwei Euro, Jugendliche dürfen für einen Euro zusteigen. Außerdem werden vergünstigte Zehnerkarten angeboten. Ein Rollstuhlfahrer oder zwei Kinderwagen finden in dem Bus Platz – eine Rampe macht das Mitfahren möglich. Die Fahrer leisten bei Bedarf beim Einsteigen Unterstützung.

Die jährlichen Kosten werden mit den Fahrkarten-Einnahmen allerdings keineswegs gedeckt, weiß Viktor Pusswald. Daher wird Werbung am Bus angebracht. Im Innenraum können Firmen Werbespots auf einem Monitor abspielen lassen. Den Kauf des VW-Busses von 65.000 Euro bezuschusst wiederum das Land Niedersachsen zu 75 Prozent. Die Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten gibt 33.000 Euro dazu, um die Anschaffung zu ermöglichen und das Projekt anzuschieben.

Wer den Verein BürgerBus Osteland mit seinen 40 Mitgliedern unterstützen oder das Fahrerteam verstärken möchte, findet im Internet weitere Informationen. Dort ist auch der Fahrplan einsehbar. Der Fahrdienstleiter Eckhard Wintersieg ist außerdem unter der Telefonnummer 04144/7777 erreichbar. (nd)

www.buergerbus-osteland.de

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