Alte und Junge ergänzen sich wunderbar

Einmaliges Vorzeigeprojekt: Kita Harsefeld

Der DRK-Kreisverband Stade ist bei der Betreuung von Kindern wieder ein Vorreiter. In der neuen Kita „Alt und Jung“ in Harsefeld werden Jungen und Mädchen unter einem Dach mit Senioren betreut. Die Kindertagesstätte am Brakenweg entsteht als Anbau an das DRK-Pflegeheim „Auf der Geest“. Am 1. Februar soll Eröffnung gefeiert werden, dann zieht die Kita „Am Feldbusch“ zum Braken um. Das Projekt ist einmalig im Landkreis Stade, so Inge Kratzenberg vom DRK-Kreisverband. 

So unterschiedlich Kinder und Senioren auch sind, eines haben sie gemeinsam: das Leben. „Die einen wollen das Leben entdecken und ihre Möglichkeiten kennen lernen, indem sie vorwärts gehen und ausprobieren“, erklärt Inge Kratzenberg die Philosophie des Projekts. „Auch die anderen wollen sich entdecken – in Form der Rückschau, des Nachdenkens, des Resümierens.“ Damit ergänzen sich Alte und Junge wunderbar. Sie sollen voneinander lernen, profitieren und sich respektieren. „Wenn gegenseitiger Respekt besteht, wenn alte Menschen von jungen das annehmen können, was sie haben, nämlich vor allem Lebensenergie und den Wunsch nach Veränderung, und wenn junge Menschen das Wissen und die Erfahrungen der alten Generation annehmen können, dann ist das  Zusammenleben der Generationen  geglückt“, so Inge Kratzenberg weiter.

Im Februar ziehen zwei Ganztagsgruppen nach dann neunmonatiger Bauzeit in den Anbau ein. Maximal 15 Krippenkinder im Alter von einem bis drei Jahren sowie maximal 25 Kinder von drei bis sechs Jahren können dort von acht bis 17 Uhr betreut werden. Auf großzügigen 420 Quadratmetern können die Jungen und Mädchen spielen, basteln und toben sowie essen und schlafen. Waschräume, Küche und Büro ergänzen das Angebot. „Den Kindern steht ein großzügiges Raumangebot zur Verfügung, das mit seinem Flächenangebot die gesetzlichen Vorgaben an Kindertagesstätten um rund 15 Prozent übertrifft“, sagt Architekt Heinrich Wiebusch, der nicht nur den Anbau entworfen, sondern auch die Bauleitung inne hat. Viel Platz bietet auch ein Bewegungsraum als kleine Turnhalle. „In dem Kinder-Café mit angrenzender Ausgabeküche können die Mädchen und Jungen essen“, erklärt Heinrich Wiebusch. Das Außengelände umfasst rund 650 Quadratmeter. Insgesamt 15 Gewerke waren an dem Bau beteiligt, die Elektriker haben rund 3.500 Meter Kabel verlegt und die Maler haben etwa 1000 Quadratmeter Wandflächen gestrichen. Der Neubau, der Spielplatz und die Möblierung der Kita kosten insgesamt rund 700.000 Euro.

Neu ist aber nicht nur das Gebäude und das Konzept, sondern auch die Leiterin. Die Erzieherin Tanja Ohrenberg wird die Kita von Februar an leiten. Seit vergangenem November arbeitet sie in einer Gruppe der Kita „Am Feldbusch“ bis der Umzug im neuen Jahr ansteht.

Auf eben diesen Um- und Einzug in die direkte Nachbarschaft freuen sich auch die 95 Senioren des Heims „Auf der Geest“, so die Leiterin Ute Meyer-Goertz. Die Bewohner können dann gemeinsam mit den Kindern backen, kochen, singen und basteln. Senioren können den Kleinen außerdem vorlesen oder ihnen einfach beim Spielen im Garten zusehen. Ein intensiver Austausch ist geplant. „Ein gemeinsamer und vor allem abwechslungsreicher Alltag soll unter einem Dach entstehen und gelebt werden“, erklärt Ute Meyer-Goertz dieses bislang im Landkreis einmalige Vorzeigeprojekt.

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