Alle sind mit großem Engagement dabei

Aus Radieschen werden Mäuse, Karotten sind zu Blüten geworden, das Dessert ist in Gläsern kunstvoll angerichtet: Das Büfett bei der Blutspende des DRK-Ortsvereins Hollern-Twielenfleth kann mit einem professionellen Partyservice locker mithalten. Mehrere Salate, frisch belegte Brote mit Fisch, Mett und Käse sowie Torten warten unter anderem auf die Blutspender. 

„Wir machen alles selbst. Fertigprodukte kommen nicht auf das Büfett“, sagt Annelies Zastrow, Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Hollern-Twielenfleth. Dafür steht sie zahlreiche Stunden in der Küche, schnitzt eben diese kleinen Mäuse und Blüten aus Gemüse. Erfahrung in der Vorbereitung der Blutspenden hat die Altländerin reichlich, hilft sie doch seit 1968 bei diesen Terminen.

Unterstützt wird Annelies Zastrow dabei von 14 Frauen. Sie kommen zu den vier Blutspendeterminen pro Jahr ins Gemeindehaus neben der Kirche und schmieren Brote im Akkord, kochen Kaffee und waschen das benutzte Geschirr ab. Andere nehmen die Spender in Empfang, erledigen den notwendigen Papierkram oder kümmern sich beim Aderlass um die Freiwilligen.

Über Unterstützung bei diesen Blutspenden kann sich die Vorsitzende nicht beklagen: „Viele von den Frauen sind Freundinnen oder Kegelschwestern von mir.“ Alle sind mit großem Engagement dabei. Doch Verantwortung wolle leider niemand übernehmen, bedauert Annelies Zastrow.

Seit 1992 ist sie Vorsitzende des Ortsvereins Hollern-Twielenfleth. Bereits 1985 trat sie dem Vorstand bei. Viele Jahre leitete Annelies Zastrow den Seniorennachmittag. Doch als sie vor zwei Jahren aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten musste, wollte niemand die Leitung übernehmen. „Sechs Frauen haben sich die Arbeit geteilt, Kaffee gekocht und die Senioren versorgt“, berichtet Annelies Zastrow. „Die Leitung wollte aber niemand übernehmen.“ Also musste der Seniorennachmittag nach 40 Jahren eingestellt
werden.

Und auch für den Vorsitz des Ortsvereins mit seinen rund 115 Mitgliedern war die Suche bislang erfolglos. „Ich möchte kürzer treten – ich bin quasi ein Auslaufmodell. Ich finde aber niemanden, der mein Amt übernehmen möchte“, sagt Annelies Zastrow. „Mit meiner Generation stirbt das Ehrenamt aus“, vermutet sie. Denn der Ortsverein im Alten Land hat dasselbe Problem wie viele andere Vereine auch – nicht nur im DRK: Ehrenamtliche zu finden. Dabei mache die Arbeit viel Spaß. Vielleicht könnte der Ortsverein, der im Jahr 1951 gegründet wurde, mit neuen Mitstreitern auch neue Angebote auf die Beine stellen. „Leider haben wir nicht viel zu bieten“, so die Altländerin. Ein weiterer Grund sei die Nähe zu Stade: „Der Ortsverein und der Kreisverband decken vieles ab.“

Dennoch hat Annelies Zastrow als Vorsitzende genug zu tun. Unterstütz wird sie von ihrem Ehemann. „Ohne würde es auch gar nicht gehen. Der Mann muss schon mitziehen“, wie die Vorsitzende betont. Günter Zastrow ist zum Beispiel für die Schilder zuständig, die im gesamten Dorf aufgestellt werden, um für die Blutspende zu werben. Die Tafeln überzeugen offensichtlich: Jedes Mal kommen zwischen 80 und 100 Freiwillige zum Aderlass. Viele von ihnen sind treue Spender. Allein beim vergangenen Termin im Februar konnten zwei von ihnen zum 100. Mal begrüßt werden.

Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr kann das DRK-Blutspende-Team in Hollern-Twielenfleth hingegen nicht begrüßen, bedauert Annelies Zastrow: „Die kommen leider nicht. Dabei wissen doch gerade Feuerwehrleute, wie wichtig das Blutspenden ist.“ Von dieser Seite wünscht sich die Vorsitzende daher mehr Unterstützung.

Mit Eifer ist hingegen der Vorstand dabei, zu dem die stellvertretende Vorsitzende Bärbel Hundsdörfer, die Schatzmeisterin Beate Klaus sowie die Beisitzerinnen Gisela Laurich und Renate Läufer gehören. Ebenso wie das Team bei der Blutspende sind hier ausschließlich Frauen aktiv. Die einzige Ausnahme ist lediglich Günter Zas-trow. „Ich bin da nur schmückendes Beiwerk“, scherzt er über sich selbst, obwohl Günter Zastrow stets tatkräftig mit anpackt.

Wer ebenfalls mit anpacken möchte oder Fragen zum DRK-Ortsverein Hollern-Twielenfleth hat, wendet sich an die Vorsitzende Annelies Zastrow unter der Telefonnummer 04141/70511. (nd)

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