Rundum verschönert und erweitert

Seniorenheim Wendenstraße in Stade

Tausende Meter Kabel wurden gezogen, hunderte Quadratmeter Fußboden verlegt und unzählige Liter Farbe an die Wände gebracht: Das DRK-Pflegeheim an der Wendenstraße in Stade wurde rundum saniert, kaum ein Raum blieb unberührt. Ein Anbau bietet den rund 170 Bewohnern noch mehr Platz und Komfort, deutlich mehr Einzelzimmer als Zweibettzimmer stehen nun zur Verfügung. Rechtzeitig zu Weihnachten ist alles fertig.

drk Wendentraße

Planen, beraten und organisieren: Heimleiterin Anette Dubbels und Architekt Professor Georg Klaus haben vier Jahre lang den Um- und Anbau DRK-Pflegeheims an der Wendestraße in Stade begleitet.

Bis dahin war es ein anstrengender Weg für die Senioren und Mitarbeiter sowie die Handwerker. Schließlich wurde in den vergangenen vier Jahren bei laufendem Betrieb um- und angebaut. Die Bewohner mussten teilweise umziehen, die Mitarbeiter improvisieren. „Ein großer Dank geht an die Kollegen und Bewohner“, betont denn auch Heimleiterin Anette Dubbels. „Es war anstrengend, aber die Freude über das Ergebnis macht alles wett.“ Verzweifelt sei die Heimleiterin während der fünf Bauabschnitte ohnehin nie: „Mein Motto war ‚heiter weiter‘. Das haben alle verinnerlicht.“ Zudem kennt Anette Dubbels das Haus eigentlich nicht anders: Als sie die Heimleitung übernommen hatte, begann der Umbau.

Den hat das DRK sich einiges kosten lassen. Rund zehn Millionen Euro hat das Rote Kreuz investiert, so Professor Georg Klaus, Architekt aus Hannover. 50 Gewerke vom Tiefbauer über den Elektriker bis zum Maler haben dort gewerkelt. Einbringen konnte sich Anette Dubbels dabei stets:

„Meine Anregungen  und Ideen stießen immer auf ein offenes Ohr.“

Das Ergebnis: Ein Pflegeheim der gehobenen Klasse bietet professionelle Pflege und Wohnkomfort sowie durchdachte Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter.

Aber nicht nur die Zimmer und alle Bäder wurden rundumerneuert und vergrößert sowie unter anderem die Dämmung verbessert und die Fenster ausgetauscht, sondern auch das Konzept ist nun ein ganz neues. „Zuvor war das Heim eher zentral organisiert, jetzt gibt es Wohngruppen“, erklärt Professor Georg Klaus. Auf jeder Etage ist solch eine Wohngruppe entstanden, insgesamt sind es sieben. Jede dieser Wohngruppen verfügt nun über einen eigenen Raum samt Küche. Die Räume sind hell und freundlich sowie individuell gestaltet, alle sind nach einer Insel benannt. „Es ist das gemeinsame Wohnzimmer der Wohngruppe“, erklärt Professor Georg Klaus das Konzept. Dort können die Bewohner Klönen, Basteln, Backen und Spielen oder Angehörige und Freunde treffen. Wahlfamilien sind so unter den Bewohnern entstanden. Auch die Mahlzeiten, die in der hauseigenen Küche täglich frisch zubereitet werden, können die Senioren dort in kleiner Runde einnehmen.

Wer mag, kann aber weiterhin im ebenfalls umgebauten Speisesaal essen. 80 Plätze stehen dort zur Verfügung. „Die Wahlfreiheit ist ein tolles Angebot“, freut sich Anette Dubbels.

Die Freude über den umgestalteten Garten hinter dem Haus ist ebenso groß. Die mehr als 1500 Quadratmeter große Anlage erinnert an einen Park. Die alten Bäume sowie die Voliere wurden in die neue Aufteilung harmonisch integriert. Vom Garten aus sind zudem die neuen Balkone zu sehen, von denen aus die Bewohner ins Grüne blicken. Ohnehin ist das Pflegeheim im Süden von Stade ruhig gelegen und bietet dennoch Einkaufsmöglichkeiten und eine Arztpraxis in unmittelbarer Nachbarschaft sowie eine Busanbindung an die Innenstadt.

Eine Bushaltestellte wurde ebenfalls in der Tagesbetreuung für an Demenz erkrankte Bewohner eingerichtet. „Die dementen Bewohner haben oft eine innere Unruhe und einen enormen Bewegungsdrang, dem durch den Umbau besser Rechnung getragen wird“, erklärt die Heimleiterin. Denn nun können die Senioren über den Flur und den neuen Wintergarten einen Rundgang machen. Verschiedene Angebote wie ein Telefon, eine Garderobe mit Mänteln oder eine Fühlstation mit unterschiedlichen Pinseln regen die Sinne an und befriedigen die Bedürfnisse.

Alle Sinne und auch ungewöhnlicher Einsatz wurden ebenso von Anette Dubbels und ihren Kollegen gefordert. So wischte die Heimleiterin auch schon mal die Caféteria. Die vier Jahre mit Baustaub, Lärm und Umzügen haben sich aber gelohnt, sind sich alle einig. „Es wurde ein großer Sprung nach vorne gemacht“, fasst Professor Georg Klaus treffend zusammen. Den 170 Bewohnern war das offensichtlich stets klar: Denn auch während der Bauzeit war das Haus gut ausgelastet.

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