25 Jahre Kassettendienst

Der Valentinstag ist nicht nur ein besonderes Datum für Verliebte: Der Kassettendienst für sehgeschädigte und blinde Erwachsene des DRK-Kreisverbandes Stade wurde an einem 14. Februar gegründet – und zwar vor 25 Jahren. Seit also nunmehr einem Viertel Jahrhundert versorgen Freiwillige ihre Zuhörer mit Nachrichten, Reportagen und Berichten aus der Lokalzeitung „Stader Tageblatt“. 

Derzeit gehören fünf Männer und Frauen zum Team, das sich jeden Mittwoch im Stader DRK-Seniorenheim an der Wendenstraße trifft. Sie stimmen zunächst die Auswahl der Texte ab, lesen diese dann vor und vervielfältigen schließlich die Aufnahmen bevor sie verschickt werden. Zwar sind diese Ehrenamtlichen nicht von Anfang an dabei, doch vieles ist noch wie vor 25 Jahren.

So ist immer noch dieselbe fröhliche Musik zu Beginn der Aufnahmen zu hören. Nach wie vor ertönt der Gong zwischen den Texten. Das Team trifft sich stets mittwochs – auch daran hat sich nichts geändert. Und immer noch werden die Aufnahmen auf Kassette verschickt.

Doch das soll sich bald ändern. Zum einen haben immer weniger Zuhörer einen Kassettenrekorder, zum anderen ist es immer schwieriger, neue Rohlinge zu beschaffen, berichtet Eckhardt Guder vom DRK-Kreisverband Stade. Die treuen Hörer müssen aber nicht besorgt sein. „Es wird einen sanften Übergang geben. Der Kassettendienst wird zweigleisig fahren“, betont Eckhardt Guder.  Also werden die Folgen auf CDs und Kassetten kopiert – ganz wie es die Hörer wünschen.

Derzeit verfolgen rund 35 sehgeschädigte und blinde Erwachsene aus dem gesamten Landkreis Stade die wöchentlichen Aufnahmen. Anfangs waren es ebenfalls so viele. Zwischenzeitlich hatten mehr als 70 Männer und Frauen den Service abonniert. „Wir freuen uns natürlich sehr über neue Zuhörer“, sagt Wilfried Vagts, der seit rund einem Jahr Texte vorliest. Für die Jubiläumsfolge hat der Stader extra ein Gedicht ausgesucht. Es ist bereits die 1.244 Aufnahme des Kassettendienstes für sehgeschädigte und blinde Erwachsene. „Das Gedicht soll die Freude über dieses Jubiläum ausdrücken“, so Wilfried Vagts weiter. Inzwischen stehen nicht nur Informationen im Vordergrund, sondern auch die Unterhaltung der Zuhörer. So lesen die Aktiven neben den Lokalnachrichten auch Witze vor, kündigen Veranstaltungen an und präsentieren auch mal plattdeutsche Gedichte, erklärt Dieter Schmidt. Der 70-Jährige ist seit vergangenem August für die Technik zuständig.

Initiiert hat den Kassettendienst für sehgeschädigte und blinde Erwachsene Brigitte Kühn. „Sieben bis acht Vorleser kamen am 14. Februar 1990 zusammen und haben ab 10 Uhr die erste Folge aufgenommen“, berichtet Eckhardt Guder.

Gemeinsam erlebt haben die Ehrenamtlichen in den folgenden Jahren einiges. Ein Höhepunkt war gewiss der Besuch der sogenannten „Plattenkiste“ des Radiosenders NDR 2. Das Kassettendienst-Team plauderte im September 1991 mit dem bekannten Moderator Carlo von Tiedemann über den Service.

Seitdem sind Hunderte Aufnahmen produziert worden. Damit auch weiterhin Hunderte Folgen verschickt werden können, sind weitere Mitstreiter beim Kassettendienst für sehgeschädigte und blinde Erwachsene herzlich willkommen. Wer den Arbeitskreis unterstützen möchte, wendet sich an Eckhardt Guder vom DRK-Kreisverband Stade. Er ist unter der Telefonnummer 04141/8033104 erreichbar. Dort können auch Kassetten bestellt werden. (nd)

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