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© Fotos: David Daub

Im Gespräch: Namika hört sich „irgendwie nice an“

30. August – 20 Uhr – STADEUM

Und nicht nur irgendwie! Schon vor dem letztjährigen Sommerhit „Je ne parle pas français“ hat die Sängerin und Songschreiberin Namika (27) bewiesen, dass sie als gleichermaßen gut rappende und singende Pop-Frau für musikalische Furore mit Talent für hitverdächtige Songs sorgt. In Deutschland ist sie eine der ganz wenigen Frauen, die die Hip-Hop-Szene beherrschen.

„Wir leben in einer popkulturellen Zeit, in der Genrebegriffe ebenso an Bedeutung verloren haben wie Herkunft.“, sagt die Deutsch-Marrokanerin über ihren gewählten Musikstil.

Namika ist in Frankfurt geboren und aufgewachsen. Im Gegensatz zu den Neunzigern, als Hip-Hop die erste Blütezeit in der Musik erlebte, ist dieser Musikstil heute mehr denn je zur wichtigsten Jugendsprache geworden. Eine neue Offenheit, die eine stilistische Öffnung in alle Richtungen erlaubt, die Namika zweifellos beherrscht. Die Rapperin ist ganz klar ein kosmopolitisches Allround-Talent. Ihr Auftritt im STADEUM am 30. August ist jedoch nicht nur etwas für Fans des deutschen Hip-Hops. Namika verspricht im Gespräch mit Stader Brise-Redakteurin Julia Balzer, dass es ein Programm aus unterschiedlichen musikalischen Einflüssen aus Soul, arabischen Harmonien, Hip-Hop, Songwriterkunst und Pop geben wird. 

Namika, wie bist du zur Musik gekommen?

Ich habe mit 14 Jahren angefangen, Musik zu lieben und zu machen. Der musikalische Einfluss kam von meiner Tante, die Platten mit Hip-Hop und Rhythm ’n‘ Blues aus den USA mitgebracht hat. Ich hab‘ sie geliebt und mit meinem Cousin versucht, diese Musik nachzumachen. Herausgekommen ist unsere eigene Fantasiesprache, die abwechselnd von uns gebeatboxt und gerappt wurde. Wir haben die gute alte Kassette eingeworfen und alles aufgenommen. Es hat einfach wahnsinnig viel Spaß gemacht.

© Foto: David Daub

Warum ausgerechnet Hip-Hop bzw. Deutsch-Rap?

Es ist Musik in deutscher Sprache, weil man sie versteht! Allerdings: Es kann auch das Schlechte daran sein… Die Stärke kann dann zur Schwäche werden. Aber in unserem Land existiert Gott sei Dank eine funktionierende Presse- und Künstlerfreiheit.

Was möchtest du mit deinen Songs ausdrücken? Eher eine Botschaft oder eher ein Lebensgefühl?

In erster Linie möchte ich mit meiner Musik Emotionen rüberbringen.

Musik entsteht durch Emotionen. Wenn ich an einem Song arbeite, findet ein Reflektionsprozess statt, bei dem meine Emotionen mit Erinnerungen gekoppelt sind. Es ist eine Verarbeitung meiner Erfahrungen. Und wenn sich Menschen in diesen Songs angesprochen fühlen und vielleicht das gleiche fühlen, fühlt sich das „Künstler sein“ ein wenig wie „Vorbild sein“ an, das finde ich großartig. Meine Songs zum Beispiel aus dem Album „Que Walou“ handeln von der Liebe und dem Leben, von der Suche nach Identität und der verdammten Sehnsucht nach dem Glück – auch ein Thema, das viele berührt.

„Je ne parle pas français“ ist immer noch im Ohr … Klingt nach einem Flirt. Was ist die Geschichte dahinter?

Es war eine Begegnung am Strand, die ein gutes Beispiel dafür ist, dass man nicht die gleiche Sprache sprechen muss, um zu kommunizieren. Im Fokus stand die Einfachheit der Begegnung, die mir gezeigt hat, dass man nur mit Gesten und wenig Worten eine Verbindung schafft. Das war ein schöner Moment! Wir sollten viel mehr die schönen Momente anschauen angesichts der andauernden schlechten Nachrichten…

Du bist viel unterwegs. Was bedeutet Heimat für dich?

Heimat ist da, wo W-Lan ist! Ich reise in der Tat viel und fühle mich überall dort der Heimat verbunden, wo ich mich wohlfühle, denn „Heimat“ ist immer mit viel Gefühl verbunden. Ich liebe es, andere Kulturen kennenzulernen, zu sehen, wo und wie andere Menschen aufwachsen. Ich möchte nicht erst in meiner Rente eine Weltreise machen, sondern jetzt die Welt entdecken. Dadurch sammle ich für mich und meine Arbeit künstlerischen und menschlichen Input, was mir sehr wichtig ist.

Der Titel deines neuen Albums heißt „Que Walou“… Welche Bedeutung hat das?

„Que Walou“ ist eine Redewendung aus Marokko und hat – abhängig vom Kontext – zweierlei Bedeutungen: „Wie nichts“ – heißt so viel wie „nicht dafür“ oder „kein Thema“ – und „Für nichts“ – wenn alles umsonst war. Ein Mantra, das zu mir passt, denn für mich gilt: Selbst wenn ich etwas für umsonst gemacht habe, habe ich es doch gerne gemacht. 

Die Großeltern von Namika sind 1970 nach Deutschland gekommen. Namika ist in Frankfurt geboren und aufgewachsen.
© Foto: David Daub

Was können die Besucher deines Konzertes im STADEUM erwarten?

Neue Songs, die noch keiner kennt! Meine großartige Band und ich haben eine Menge Songs aus unterschiedlichen musikalischen Einflüssen im Gepäck: Ein wenig Soul, arabische Harmonien, Pop und – na klar – Hip-Hop. Auf jeden Fall versprechen wir viel Spaß und freuen uns auf Stade!

Karten sind erhältlich unter Telefon 04141/40 91 40,
www.stadeum.de und bei allen STADEUM-Vorverkaufsstellen.