Stader Trödelmarkt: Das Geschäft wird morgens gemacht

Udo Wist, verantwortlich für den Trödelmarkt

Früher Vogel kann mich mal? Selbst wer nach diesem Motto erst zu späterer Stunde zum Stader 
Trödelmarkt aufbricht, wird nicht enttäuscht werden.

Zwischen Kunst und Trödel, Raritäten und Kuriositäten, altem Porzellan und fast neuen Schuhen findet eigentlich jeder alles – ob Schnäppchenjäger oder nicht. Echte Jäger und Sammler sollten allerdings tatsächlich früh aufstehen, um den größten Wurm zu fangen. „Die Profis wissen, wie es geht“, sagt Udo Wist (63), einer der rührigen Ehrenamtlichen von „Stade Aktuell“ und Hauptorganisator der Stader Trödelmärkte im Frühjahr und Herbst eines jeden Jahres. Er kennt die ungeschriebenen Gesetze dieses Geschäfts und beobachtet jedes Jahr wieder, dass die eingefleischten Trödelmarktgänger und auch die Händler selbst ab 5 Uhr morgens auf die Pirsch nach Schnäppchen oder echten Raritäten gehen – „… um sie dann vielleicht am eigenen Stand für ein paar Euro mehr anzubieten“, sagt Udo Wist augenzwinkernd. Er freut sich sehr darüber, dass der Stader Trödelmarkt so eine große Anziehungskraft sowohl für Besucher als auch für Trödler hat. Die meisten Trödler kommen jedes Jahr wieder – überwiegend aus dem Landkreis Stade, aber auch aus Hamburg, Schleswig-Holstein und dem Weser-Ems-Gebiet – und die Besucher offensichtlich auch. Spätestens ab Mittag wimmelt die Innenstadt nur so von Menschen, die Spaß am Stöbern und Handeln haben.

Rund 500 Trödler sind auf dem Frühjahrströdelmarkt zu finden. Ein großes Angebot, das eine logistische Herausforderung bedeutet. Zur Erleichterung der Organisation trägt seit ein paar Jahren das Online-Portal von „Stade aktuell“ bei, wo man sich online anmelden und sogleich die Standgebühr bezahlen kann. Pro Meter Standfläche werden fünf Euro fällig. Ein Platz in der ausgewählten Straße ist sicher – wo genau er sein wird, entscheidet sich morgens bei der Anreise. Jeder darf in der gebuchten Straße aufbauen, wo freie Plätze sind. Dass der Aufbau nicht schon mitten in der Nacht beginnt, wird von den Helfern des THW geregelt, die den gesamten Innenstadtbereich ab 22 Uhr absperren und „Nachtwache“ halten. Ab 4:30 Uhr kommen dann die ehrenamtlichen Mitarbeiter von „Stade Aktuell“ und helfen bei der Platzzuweisung, halten einen Klönschnack mit altbekannten und neuen Hobbytrödlern und sorgen dafür, dass alle gut auf den Ansturm vorbereitet sind.

Ein besonderes Erlebnis ist Udo Wist in Erinnerung: Ein Trödler aus dem Harz, der bereits seit vielen Jahren zum Stader Trödelmarkt kommt und hier einen festen „Kundenkreis“ hat, hatte sich um zwei Stunden verspätet – eine Autopanne. Sein angestammter Platz war bereits vergeben, so zog er vor eine große Fensterfront ein paar Meter weiter und baute seinen Stand mit schweren Kunststoffkisten auf, die gefüllt waren mit hunderten zum Kauf und Tausch angebotenen Vinylplatten. Niemand von den dabei helfenden Ehrenamtlichen hatte daran gedacht, dass aus dem ehemaligen Laden gerade ein Lokal geworden war und der Wirt kurze Zeit später seine Tische und Stühle auf der Straße aufstellen wollte… So musste alles wieder abgebaut werden, was dank der vielen helfenden Hände jedoch kein Problem war.

Die Ehrenamtlichen von „Stade Aktuell“ stecken schon jetzt in den Vorbereitungen für den 
Frühjahrsmarkt am Sonntag, den 13. Mai 2018. Auch nach der 
Überleitung der vielen Veranstaltungen auf die „STADE Marketing und Tourismus GmbH“ werden die Ehrenamtlichen von „Stade aktuell“ die Trödelmärkte in der Stader Innenstadt zumindest in 2018 weiter organisieren – darauf können sich alle Trödler und Schnäppchenjäger freuen.

Stader Trödelmarkt:
13. Mai 2018 + 2. September 2018
Online-Anmeldung:
www.troedelmarkt-stade.de

Das könnte Dich auch interessieren …