Musik für neugierige Ohren: TWO TRIBES. ONE SPIRIT.

Darf ein klassischer Streicher sich für jazzige Improvisationen begeistern? Kann man auf einem Cello überhaupt Jazz spielen?

Diese Fragen stellte sich Oliver Mascarenhas vor drei Jahren und legte damit den Grundstein für ein spannendes musikalisches Großprojekt. „Two Tribes. One Spirit.“ geht im Herbst/Winter auf Konzerttournee in Niedersachsen, Bremen und Bielefeld.

Der Cellist der NDR Radiophilharmonie geriet mit seiner Lust auf Neues in einen Workshop des Weltklasse-Jazzpianisten Sebastian Sternal. Der hat die obigen Fragen in seinem zweifach ECHO-prämierten Projekt „Sternal Symphonic Society“ längst erfolgreich beantwortet. Mascarenhas bat Sternal, ein Werk für Cello und Bigband zu schreiben. Doch das ist erst der Anfang der Geschichte. Johannes Klose vom Landesmusikrat Niedersachsen begeisterte sich für das Projekt und brachte das exquisite Landesjugend-Jazzorchester „Wind Machine“ sowie weitere Fragen ins Spiel. Können Streicher in nicht-klassischen Zusammenhängen mehr liefern als den berühmten Klangteppich? Mehr darstellen als weiche Wattebäusche, die waghalsiges solistisches Tun in Pop und Symphonic Rock abfedern? Der Landesmusikrat wurde zum Träger der Veranstaltung. Namhafte Stiftungen wie die STIFTUNG Sparda-Bank Hannover, die Klosterkammer und die Stiftung Niedersachsen stiegen ein, ebenso der NDR. „Two Tribes. One Spirit.“ wuchs und gedieh, ein junges klassisches Streichorchester bildet nun gemeinsam mit der Bigband das „TwoTribes- Orchester“. Sebastian Sternal komponierte „The Cello Theory“. Eine meisterhafte Suite, in deren drei Sätzen „Sing“, „Dream“ und „Dance“ alle Facetten dieses faszinierenden Instruments exploriert werden. Aber eine Welturaufführung war noch nicht genug. Jörg Achim Keller, langjähriger NDR Bigband-Leader und einer der weltweit renommiertesten Jazzkomponisten, fühlte sich herausgefordert und schuf ein „Concerto Grosso“ für Bigband, Streichorchester, Solocello und Soloklavier. Die bekannte Pianistin Ragna Schirmer konnte hierfür als Solistin gewonnen werden. Das viersätzige „Concerto Grosso“ nimmt die barocke Tradition mit kleinem Concertino- Ensemble auf und führt sie unter Einbeziehung verschiedenster Stilistiken in die Jazzmoderne. Dabei bietet Kellers Werk an jeder Biegung neue Überraschungen. Allein schon das Intro ist ein Ohrwurm, der einen so schnell nicht mehr losläßt. Das Stück klingt mal wie Filmmusik, mal rockig, vergißt auch nicht das klassische Geigensolo. Welches allerdings frei improvisiert über einen Sambarhythmus gesetzt ist.

Professor Bernhard Mergner, Musikalischer Gesamtleiter von „Two Tribes. One Spirit.“, freut sich: „Die beiden Kompositionen verbinden zwei Welten, die normalerweise durchaus nicht so nah beieinander sind: dem Streichorchester mit seinem Klangideal und den die Nackenhaare aufstellenden Fähigkeiten, die Leute emotional zu berühren, und der Power und den in die Füße gehenden Groovemöglichkeiten der Bigband. Dies zusammenzufassen ist beiden Kompositionen auf wunderbare Weise gelungen.“ Mergner ist bekannt als meisterhafter Verfechter feiner akustischer Klangkultur. Als Dirigent verleiht er den Darbietungen eine wohlbalancierte Note, die für ein so junges Ensemble erstaunlich ist.

Weitere Fragen, die das ungewöhnliche Projekt stellt, lauten: Können so unterschiedliche Musikertypen wie klassische Streicher und lässige Jazzer zueinander finden? Können sie vielleicht sogar voneinander lernen? Mit großer Begeisterung haben sich die jungen Musiker in Vorbereitungsworkshops und Probenphase mit Hilfe von hochkarätigen Dozenten die Musik erarbeitet und das Motto „Two Tribes. One Spirit.“ mit Leben erfüllt. Offenes Aufeinanderzugehen zweier sonst regelmäßig getrennter Traditionen und Kulturen, inspirierende Begegnungen und vielschichtiges Voneinanderlernen. Am Ende steht die Erfahrung, daß beide Lager tatsächlich von einem gemeinsamen Spirit beseelt sind: Der Freude an mitreißend guter Musik. „Letztendlich sind wir alle Musiker, “ konstatiert Ken Dombrowski, Solo-Posaunist im TwoTribes-Orchester, „trotz der Unterschiede, die wir auch festgestellt haben, haben wir ganz viele Sachen entdeckt, die uns verbinden.“

„Two Tribes. One Spirit.“ beantwortet alle im Laufe der Projektgeschichte aufgetauchten Fragen mit einem intensiven, freudigen Ja. Wer seine musikalische Neugier nicht verloren hat und in diesem Jahr nur ein Konzert hören kann, sollte dieses besuchen. Er wird belohnt mit spannenden Welturaufführungen von begeisterten jungen Musikern und virtuosen Solisten. „Wind Machine“ wird das Programm mit anheizenden Intro-Titeln aus der Bigband-Tradition abrunden.

Konzerttermine 2017:

22.01.  WOLFENBÜTTEL, Landesmusikakademie, 17 Uhr

09.02.  VERDEN, Dom, 20 Uhr

10.02.  STADE, Stadeum, 19:45 Uhr

11.02.  HANNOVER, Großer Sendesaal NDR, 20 Uhr

12.02.  GOSLAR, Kaiserpfalz, 19 Uhr

 

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