Live-Musik, Kreativkurse und Ferienspaß

Wieder volles Programm im Alten Schlachthof

Über ein Jahr war die Freizeitstätte Alter Schlachthof eine Großbaustelle. Unter der Federführung der Gebäudewirtschaft Stade wurde das historische Gemäuer umfangreich modernisiert. Rund 1,5 Millionen Euro hat die Hansestadt Stade in ein neues Dach und neue Leitungen, den Brandschutz weitere Umbauten im Gebäudeinneren und die Bühnentechnik investiert. Kurz vor den Sommerferien war Wiedereröffnung. Der zentral gelegene Alte Schlachthof dient seit 1977 als Begegnungs- und Freizeitstätte. Was den Kindern und jugendlichen alles geboten wird, erzählt Christine Boge, seit zwölf Jahren Leiterin der städtischen Jugendarbeit.

Frau Boge, wie war die Eröffnung?

Super! Wir hatten ein Offenes Atelier vorbreitet, das sehr gut angenommen wurde.

Der Graffitikünstler Leo Cordes war da und hat tolle Bilder gesprayt. Es gab einen Flohmarkt, eine Disco,
Breakdance viele Programmpunkte beim Tag der offenen Tür. Mit Cäthe, Odeville und Patch hatten wir tolle Bands auf der Bühne. Rundum gelungen, würde ich sagen. Jetzt können wir wieder richtig loslegen und hoffen, dass viele
Kinder und Jugendliche den Schlachthof wieder auf dem
Zettel haben.

Wo gibt es denn aktuelle Informationen?

Zum einen auf der Homepage der Hansestadt Stade unter www.stadt-stade.de. Zurzeit erstellen wir auch noch einen eigenen Internetauftritt für die städtische Jugendarbeit, der bald freigeschaltet wird. Die Adresse lautet Jugendarbeit-Stade.de. Und dann sind wir auf facebook zu finden, auch unter Jugendarbeit Stade. Dort hat sich vor kurzem sogar die Gruppe  „Der Alte Schlachthof Stade” gegründet. Unsere Programmflyer liegen natürlich auch bei uns vor Ort aus und werden in den Schulen ausgelegt. Für Veranstaltungen wie die Discos und Konzerte werden auch stadtweit Plakate ausgehängt.

Kurz zum Umbau: Was hat sich im Gebäude verändert?

Der Eingangsbereich, das Treppenhaus und der Cafébereich wurden verlegt, das Kino wurde zum Gruppenraum und es gibt den Sportraum nicht mehr. Die Sanierungsarbeiten haben sich ja eher auf den Brandschutz, die Lüftung und das undichte Dach konzentriert. Die größte Veränderung gab es im großen Veranstaltungs- und Konzertraum. Dort wurde die Galerie entfernt, und die Bühne steht jetzt auf der anderen Seite. Jetzt ist hier Platz für bis zu 600 Gäste. Es ist geplant, den Saal künftig für Veranstaltungen zu vermieten.

Wie nutzen Sie und Ihr Team die Räume im Schlachthof?

Der große Saal ist natürlich das Herzstück des Schlachthofes und wird vielseitig genutzt. Nicht nur für Musikevents und Theater, sondern auch für Kreativ- und Bewegungsangebote. Angrenzend haben wir einen Backstagebereich für die Künstler sowie einen großen Tresen für den Getränkeausschank und eine Garderobe. Außerdem gibt es nach wie vor unsere tolle Tonwerkstatt mit Brennofen, die Holzwerkstatt, einen Gruppenraum und natürlich eine Küche. Im Obergeschoss sind dann noch Abstellflächen, ein Gruppen – und ein Bandübungsraum. In einem abgetrennten Teil hat der benachbarte Kindergarten zwei Räume. Was uns noch fehlt, ist ein Au˚engelände. Aber da  gibt es schon Ideen, und wir sind am Ball.

 

Was wird für die Kinder und Jugendlichen angeboten?

Zum einen verschiedene Workshops, Kreativkurse und Handarbeiten. Das ist im Moment total angesagt. Dann gibt es regelmä˚ig eine Kiddy- und Teenydisco und Konzerte. Neu ist ein Theaterangebot mit der Theaterpädagogin Andrea Hinck für Kinder im Alter zwischen 11 und 14 Jahren. Dann laden wir auch wieder zu unserem Kinderdinner ein. Da wird dann gemeinsam gekocht und gegessen. Natürlich können die Kinder und Jugendlichen während der Öffnungszeiten auch einfach nur so kommen und Spiele spielen oder sich im Jugendcafé aufhalten. Au˚erdem sind weitere Flohmärkte geplant. Das komplette Programm haben wir in einem Flyer zusammengestellt.

Und in den Ferien?

Da organisieren wir die Ferienfahrten und den großen Ferienspaß mit vielen Veranstaltungen und Ausflügen. Diese Programme
sind ein wichtiger Teil der städtischen Jugendarbeit. Das haben wir gerade wieder in den Sommerferien gesehen: Die Teilnehmerzahlen waren hoch (809 Teilnehmer/innen bei 201 Aktionen) und die Resonanz positiv. Beim Ferienspa˚ kooperieren wir auch seit Jahren erfolgreich und gerne mit verschiedenen Vereinen und anderen Einrichtungen. In den Herbstferien bieten wir jetzt zum vierten Mal eine Art Projektwoche inklusive Frühbetreuung an, die unter einem jeweils unterschiedlichen Motto steht.

Wie ist die Jugendarbeit in der Hansestadt eigentlich grundsätzlich aufgestellt?

Wir haben die kommunale Jugendarbeit vor über einem Jahr konzeptionell überarbeitet. Nachdem die Zusammenarbeit mit der Kirche weitestgehend beendet wurde, führen wir die Organisation und Umsetzung seitdem in Alleinregie durch.

Die pädagogische Arbeit wird zwar weiterhin an verschiedenen Standorten geleistet, aber die Inhalte erarbeiten wir zentral und orientiert am Bedarf der Jugendlichen. Unser Anspruch ist es, unsere Zielgruppe mit einem
attraktiven Mix aus offener Jugendarbeit und Programmschwerpunkten zu erreichen und gezielt zu fördern. So stehen zum Beispiel für einen jeweils begrenzten Zeitraum Themen wie Umwelt, Ernährung, Bewegung, Entspannung, Kunst, Musik oder Theater auf der Agenda. Die niedrig-schwelligen Angebote werden gemeinsam mit den Kindern erarbeitet und auf deren Wünsche und Bedürfnisse abgestimmt.

Wo findet die Jugendarbeit statt?

Neben dem Schlachthof unterhält die Stadt Jugendhäuser in Wiepenkathen, Hahle, Haddorf, Bützfleth, im Altländer Viertel und den Bauspielplatz in diesem Viertel; in Bützfleth gibt es kirchliche Räume, die für Jugendarbeit genutzt werden Außerdem machen wir klassische Streetwork, sind also auch draußen unterwegs.

Und wie groß ist das Team?

Wir sind drei Sozialpädagogen, darunter eine Mädchenpädagogin sowie fünf Erzieher und zwei Streetworker, wobei hier eine Stelle zurzeit vakant ist. Zusätzlich gibt es vier Plätze für junge Leute, die ihren Bundesfreiwilligendienst bei uns absolvieren möchten. Menschen, die eine längerfristige ausbildungsbegleitende Praktikumsstelle suchen, können sich auch gerne bei uns melden. Au˚erdem kümmern wir uns um die Ausbildung und Fortbildung für Jugendleiter.

Vielen Dank für das Gespräch!

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