Matthias Herwede: „Ich kenne Land und Leute“

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Neu im Amt, aber nicht unbekannt: Matthias Herwede hat am 31. Oktober das Amt des Bürgermeisters in der Samtgemeinde Horneburg übernommen. Zuvor war der 51-Jährige Kämmerer und arbeitete in vielen Bereichen der Verwaltung. Foto: Christa Donatius

Matthias Herwede hat in der Verwaltung der Samtgemeinde Horneburg beinahe in allen Bereichen gearbeitet. Jetzt ist er an der Spitze angekommen: Seit dem 31. Oktober ist der 51-Jährige Samtgemeindebürgermeister. 89 Prozent der Wähler stimmten im Frühjahr für den bisherigen parteilosen Kämmerer. Was sich für ihn beruflich und privat alles ändert, erklärt er im Gespräch mit Nina Dede.

Herr Herwede, bereits als Kämmerer waren Sie in alle wichtigen Entscheidungen eingebunden. Was hat sich mit dem neuen Amt verändert?

Ich habe nun die Gesamtverantwortung für die Verwaltung und leite sie. Außerdem habe ich jetzt eine Stimme im Rat –
eine von 29. Mein Hauptauftrag ist es, die Beschlüsse der Gremien vorzubereiten und  umzusetzen sowie  Impulse für künftige Entwicklungen zu geben. Ich sehe mich als Schnittstelle zwischen Politik und Verwaltung.

Was sind die größten Herausforderungen in den kommenden Jahren?

Finanziell der größte Brocken, der zu stemmen ist, ist die Sanierung des Freibades. Die Inklusion und der demografische Wandel sowie die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes sind unter anderem weitere Herausforderungen.

Was werden Sie dabei anders machen als Ihr Vorgänger Gerhard Froelian?

In vielen Belangen sind wir auf einer Wellenlänge und haben daher auch sehr gut zusammen harmoniert. Mein Führungsstil ist kooperativ, ich bin ein Teamplayer und finde gern einen Konsens – nach Möglichkeit mit allen Beteiligten. Aber auch das unterscheidet mich nicht von Gerhard Froelian. Die Aufgaben, denen ich mich stellen werde, werden andere sein! Daher wird sich das Tätigkeitsfeld verändern.
Der Samtgemeinde Horneburg sind Sie stets treu geblieben, sind ein Eigengewächs der Verwaltung. Damit fehlen
Ihnen aber externe Erfahrungen – ist das ein Vor- oder Nachteil?

Seit vielen Jahren wirke ich als Führungskraft in der Samtgemeinde. Daher kenne ich die Strukturen der Verwaltung natürlich sehr genau. Mit Ausnahme des Bausektors habe ich in allen Bereichen gearbeitet und verfüge über ein umfassendes Wissen in allen Facetten. Ich sehe es als Vorteil, weil die Arbeit ohne Einarbeitungszeit nahtlos fortgesetzt werden kann.

Ist der Übergang im Privatleben ebenfalls nahtlos oder bedeutet das neue Amt eine Zäsur für Sie, Ihre Frau und Ihren Sohn?

Durch die Wahrnehmung von repräsentativen Terminen in den Abendstunden und am Wochenende wird sich die Zeit für die Familie noch etwas verringern. Sitzungstermine am Abend gehörten aber schon vorher zu meinem Geschäft, sodass das nichts Neues für meine Familie und mich ist.

Wie steht es um repräsentative Aufgaben, schließlich wird vom Bürgermeister mehr erwartet als die Führung der Verwaltung?

Die Wahrnehmung von repräsentativen Terminen gehört selbstverständlich zum Job des Samtgemeindebürgermeisters! Durch die Präsenz verspreche ich mir einen intensiven Austausch mit den Institutionen sowie den Bürgerinnen und Bürgern. Dadurch bin ich dauerhaft im regen Austausch mit allen.

Wollten Sie schon immer diese Laufbahn einschlagen und erfüllt sich nun ein Traum, oder hatten Sie früher ein anderes berufliches Ziel?

Ich war schon immer sehr unternehmungslustig und naturverbunden und bin auch als Jugendlicher viel gereist. Damals war meine Vorstellung irgendetwas in Verbindung mit Reisen zu machen. Bis vor einem Jahr war das Bürgermeisteramt für mich noch kein Thema!

Und wie wurde das zum Thema für Sie?

Ich wurde bereits im Sommer 2013 angesprochen, ob ich mir die Nachfolge von Gerhard Froelian vorstellen könnte. Zu dem Zeitpunkt habe ich aus persönlichen Gründen abgesagt. Die Fraktionen im Samtgemeinderat haben sich dann gemeinsam auf die Suche nach einem geeigneten Kandidaten begeben. Im Dezember 2013 haben mich zwei Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden im Auftrag aller Fraktionen aufgesucht und gefragt, ob ich meine Entscheidung noch einmal überdenken könnte. Ich habe mir eine Woche Bedenkzeit auf Helgoland über den Jahreswechsel erbeten. Das Ergebnis ist bekannt!

Was machen Sie in Ihrer Freizeit – außer nach Helgoland zu fahren?

Meine Lieblingsreiseziele sind in der Tat Helgoland und Portugal. Ich interessiere mich allgemein für Sport, fahre Rad oder angel. Ich verbringe meine Freizeit gerne mit meiner Familie – am liebsten in der Natur.

Wegen der bereits angesprochenen Treue zu Horneburg sind Sie bekannt und beliebt in der Samtgemeinde. Wie würden Sie sich unseren Leser beschreiben?

Ich bin bürgernah nach dem Motto „Ich kenne Land und Leute“, habe viele Kontakte und kann auf ein umfangreiches bestehendes Netzwerk zurückgreifen. Meine Devise lautet: agieren, nicht reagieren! Diplomatie ist mir dabei wichtig. Das Leben besteht aus Kompromissen. Außerdem bin ich Optimist und habe gerne Spaß.

 Wie würde Ihre Frau Sie beschreiben?

Ich würde mir wünschen, dass sie auf diese Frage antwortet, dass ich auch privat ein positiv denkender Mensch bin, für den das Glas immer halb voll und nicht halb leer ist. Materielle Dinge stehen für mich nicht im Vordergrund. Mir ist vielmehr an einem harmonischen Miteinander gelegen.

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