Grandioser Blick über die Dächer der Hansestadt

Der Aufstieg bis in die Turmlaterne der St. Cosmae-Kirche in der Stader Altstadt ist ein lohnenswerter Weg. Wer die 178 Stufen auf den 36 Meter hohen Kirchturm hinter sich hat, wird mit einem atemberaubenden Blick über die Hansestadt belohnt. Der historische Altstadtkern liegt dem Betrachter zu Füßen und offenbart eine ganz besondere Perspektive auf Stade. Zur einen Seite erstreckt sich der Hafen, dahinter die Salztorsvorstadt und die Schwinge. Zur anderen Seite fällt der Blick auf die Dächer der historischen Gebäude mit der benachbarten St. Wilhadi-Kirche. Dazwischen lassen sich in der Ferne die weitläufigen Obstplantagen des Alten Landes erkennen. Wenn das Wetter mitspielt, kann man sogar bis zum Hamburger Hafen schauen.

Ein engagiertes Team von Ehrenamtlichen führt die Besucher in Gruppen von maximal zwölf Personen die Stufen hinauf. Je höher man kommt, desto steiler werden die Stufen der Holztreppen. Kurz vor dem Ziel führt der Weg über eine stabile Leiter. Wer auf den Turm möchte, sollte also schwindelfrei sein und auf seine Schritte achten. Platzangst hingegen muss keiner haben, denn der Kirchturm erweist sich im Inneren großzügig. Unterwegs lohnt sich ein Blick auf das große alte Zahnrad der Turmuhr und die imposanten Kirchenglocken.

Seit Mai des vergangenen Jahres ist die Besteigung des Cosmae-Turmes wieder möglich. Lange Zeit war der Aufstieg aus Sicherheitsgründen nur für dringend notwendige Reparaturen erlaubt. Aufgrund zahlreicher Nachfragen entschied der Kirchenvorstand 2011 die Begehbarkeit wieder herzustellen. Gut ein Jahr dauerte es, bis alles so hergerichtet war, dass eine Betriebserlaubnis erteilt werden konnte.

Neben der baulichen Sanierung mussten eine Notfallbeleuchtung und ein zweiter Fluchtweg installiert sowie Brandschutzauflagen erfüllt werden. „Der Denkmalschutz hatte ein strenges Auge auf alle Maßnahmen“, erinnert sich Karin Fischer vom Kirchenvorstand. Der
Stader Architekt Uwe Schüch, dessen Büro vis à vis liegt, übernahm ehrenamtlich die Bauleitung und hatte außerdem eine Idee für den fehlenden Fluchtweg parat: In 30 Meter Höhe wurde ein Feuerschutzraum errichtet, den die Besucher im Notfall aufsuchen. Durch eine Luke ist der Einstieg in den Rettungskorb der Feuerwehr möglich, der die sechs Meter höher gelegene Kirchturmlaterne nicht erreicht.

Dank vieler Sponsoren konnte das engagierte Projektteam um Karin Fischer auch die Kosten im Rahmen halten: „Letztlich waren es sogar fast 50.000 Euro weniger als ursprünglich angenommen.“ Kleine Messingschilder an den hölzernen Stufen zeugen von der großen Spendenbereitschaft vieler Privatleute und Unternehmen. Wie aufwändig sich die gesamte Sanierung erwies, davon geben reichlich bebilderte Schautafeln unterwegs einen detaillierten Eindruck.

Die Turmbesteigung der St. Cosmae-Kirche ist nur mit einer Führung möglich und wird auch im Winter und bei Vollmond angeboten. Anmeldungen und alle Termine über die Stade Tourismus GmbH unter Telefon: 04141 / 40 91 70 oder
www.stade-tourismus.de.

Erwachsene zahlen drei Euro, Kinder bis einschließlich 16 Jahren 1,50 Euro. Bei Verfügbarkeit können die Karten auch direkt in der Kirche erworben werden.

Foto: Albus

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