Erste Hilfe kann Leben retten

Lehrgangsdauer wird gekürzt

Die Ausbildung zum betrieblichen Ersthelfer wird zum 1. April kommenden Jahres grundlegend geändert. So wird die Lehrgangsdauer beinahe halbiert, erklärt Eckhardt Guder vom DRK-Kreisverband Stade. Was die Novellierung alles beinhaltet und welche Auswirkungen das auf andere Kurse haben könnte, erläutert der Ausbildungsbeauftragte im Gespräch mit Nina Dede.

Herr Guder, was wird sich im kommenden Jahr ändern?

Die Grundausbildung von Betriebshelfern und Betriebshelferinnen wird ab dem 1. April 2015 nur noch 9 Unterrichtseinheiten anstelle der bekannten 16 Einheiten dauern. Das entspricht einem Tag, zuvor waren es zwei. Die Inhalte geben die Berufsgenossenschaften vor.

Wer hat diese Änderung beschlossen?

Das hat im vergangenen Mai die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, kurz die DGUV, entschieden. Die Änderung betrifft die Ausbildung für  betriebliche Ersthelfer.

Kann denn in der stark verkürzten Zeit überhaupt noch ausreichend Wissen vermittelt werden?

Der Prozess der Entschlackung wird weiter fortgesetzt: Mehr wichtige Praxis und weniger theoretische Hintergründe lautet das Motto. Hinzu kommt der verstärkte methodische Ansatz. Es wird auf die Vorkenntnisse der Teilnehmer aufgebaut und deren Teamfähigkeit ausgebaut, was in der Realität gefordert wird. Außerdem sollen die Teilnehmer lernen, symptom-orientiert zu helfen.

Inwiefern profitieren Firmen von der Verkürzung?

Für Arbeitgeber bedeutet die Umstellung eine wesentliche Verringerung des Personalausfalls und die Chance, mit kurzen und attraktiven Kursangeboten des DRK mehr Ersthelfer zu gewinnen. Die Unternehmen sparen einen kompletten Tag und gewinnen zusätzliche Ressourcen für die Mitarbeiter.

Wie steht es um die Auffrischung der betrieblichen Ersthelfer?

Die Erste-Hilfe-Auffrischung  (Training) bleibt bei einem Tag und passt sich zeitlich dem Erste-Hilfe-Kursus mit neun Unterrichtseinheiten an. Das Training verlängert sich damit lediglich um 45 Minuten. Die Auffrischung soll weiterhin alle zwei Jahre durchgeführt werden, damit die betrieblichen Ersthelfer ihren Status behalten können.

Und welche Anforderungen kommen auf die Ausbilder zu?

Sie müssen zukünftig über eine noch höhere Zeitdisziplin verfügen und die zunehmende Arbeit in Kleingruppen gut organisieren. Die Ausbilder werden derzeit entsprechend geschult, um auf die neuen Anforderungen und Rahmenbedingungen optimal vorbereitet zu sein. Außerdem ist die Novellierung Bestandteil der Fortbildungen im kommenden Jahr.

Werden andere Kurse ebenfalls verkürzt?

Theoretisch können auch nach dem 1. April 2015 Erste-Hilfe-Lehrgänge nach wie vor 16 Unterrichtseinheiten umfassen. Es ist jedoch absehbar, dass hierfür das Interesse rapide zurückgehen wird. Öffentlich angebotene Ersthelferausbildungen, die von den Teilnehmern selbst finanziert werden müssen, sollten deshalb auch mit neun Unterrichtseinheiten geplant werden. Letztendlich werden also alle weiteren Lehrgangsarten auf den Prüfstand gestellt werden. Die Revision der Aus- und Fortbildung in Erster Hilfe hat gerade erst begonnen.

Bei dem Lehrgänge Lebensrettenden Sofortmaßnahmen gibt es jedoch bereits konkretere Ideen?

Es gibt Bestrebungen, den sogenannten LSM-Lehrgang auf sechs Unterrichteinheiten zu verkürzen. Derzeit sind es noch acht. Hierzu bedarf es aber noch der Absprachen in der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe. Außerdem müssen landesrechtliche Voraussetzungen geprüft und bei Bedarf geändert werden. Wichtig ist aber: Die Kurse Lebensrettende Sofortmaßnahmen mit derzeit acht und Erste-Hilfe mit den 16 Unterrichtseinheiten bietet der DRK-Kreisverband Stade unverändert an. Die genauen Termine stehen unter anderem auf unserer Homepage.

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