„Ein bisschen sperren – das ist das Lied der städtischen Herren“

Das tun sie gern: Die Stader Hafensänger nehmen in ihrer 40- jährigen Geschichte auch mal die Hansestadt Stade auf’s Korn. Wolfgang Kommnick, Volker Knies und Hans-Jürgen Weidlich im Gespräch mit Julia Balzer.

Es geht nicht immer maritim zu bei den Liedern der Stader Hafensänger. Dieses Lied ist anlässlich der lange andauernden Bauarbeiten am Stader Fischmarkt als Faschingslied komponiert worden. Verantwortlich für Text und Inhalt hierfür ist der Hauptgründer der Stader Hafensänger Wolfgang Kommnick, der bis heute mit viel Spaß und Humor seinem Chor Lieder zum Schmunzeln und Mitsingen schreibt.

Dabei war es die Stadt Stade gewesen, die 1977 den damaligen Sportangelverein Stade gebeten hat, sich auf dem anstehenden Altstadtfest zu präsentieren. Das war die Gelegenheit, auf die dem Angelverein am Herzen liegenden ökologischen Fischereischutzzonen im Landkreis Stade aufmerksam zu machen und diese Ausstellung mit maritimen Liedern in Seemannskluft zu begleiten. Dafür wurde der „Stader Angelchor“ gegründet, dessen Initiatoren der damals tätige Alleinunterhalter und passionierte Angler Wolfgang Kommnick und sein Vereinskollege Volker Knies war. Die beiden erinnern sich: „Die Leute schauten verschämt zur Seite, als sie uns in der Öffentlichkeit singen hörten“. Das schickte sich nicht in der einst müde wirkenden Beamtenstadt. Doch die Stadtverwaltung hatte aufgehorcht und Gefallen gefunden an dem maritimen Gesang mit Akkordeon- und Gitarrenbegleitung. Sie schickte den damals 15-köpfigen Angelchor als Vertreter der Stadt Stade auf die Reisenmesse nach Hamburg. Das war 1979 und der erste Auftritt außerhalb Stades. Seitdem ging es aufwärts. Kannten damals neun von zehn Messebesucher die Stadt auf der anderen Elbseite überhaupt nicht, hat sich das schnell geändert. Der Tourismus entwickelte sich. Von da an reiste der Chor zu allen Hansetreffen im In- und Ausland. „Ich wäre sonst aus Stade gar nicht herausgekommen“, erinnert sich Volker Knies.

Der erste Auftritt im Ausland war 1980 im holländischen Zwolle. Die Zeitung dort berichtete begeistert von den „Havenzangers ut Stade“ – der Name „Stader Hafensänger“ war geboren. Weitere Höhepunkte waren Auftritte in der Aktuellen Schaubude und beim ZDF Sonntagskonzert oder in Brooklyn (New York), Karlshamn (Schweden) oder Riga (Lettland). „Wir haben bei diesen Auftritten immer ein Heimatlied in der jeweiligen Sprache vorgetragen“, sagt Wolfgang Kommnick. Die Leute waren begeistert und sind es bis heute. Sprechen die Texte doch vielen Menschen aus der Seele – ob Seemannslied oder nicht – und sorgen für gute Stimmung. „Die Rheinländer können am besten feiern“, sagt Hans-Jürgen Weidlich, Pressewart der Stader Hafensänger und verantwortlich für den Internetauftritt und viele Erinnerungsfotos. Überhaupt seien die besten Auftritte die, die unter dem Volk und nicht auf der Bühne stattfänden. Besonders die Menschen in den Seniorenheimen sind dankbar für die alljährlich in jedem Stader Altenheim stattfindenden ehrenamtlichen Gesangseinlagen der Hafensänger. Die Freude der Menschen über die Musik der inzwischen 40- köpfigen Gesangstruppe und der Spaß am Singen sorgen dafür, dass hier niemand ans Aufhören denkt. Trotzdem sorgen sie sich um den „Nachwuchs“, der gern im Rentenalter sein darf und zu den 49 bis 85- jährigen passen würde. Voraussetzung: Zeit haben für gemeinsames Üben alle zwei Wochen sowie für circa 40 Auftritte pro Jahr (die allerdings nicht immer in derselben Formation auftreten, so dass nicht jeder jedes Mal dabei sein muss).

Kontakt: Gerhard Bellgardt, Telefon 04141-64728, www.stader-hafensaenger.jimdo.com

Auftritte am 15. Oktober 2017: 
Zum 24. Stader Shantychorfestival:

  • 10:00 – 11:00 Uhr – St. Cosmae Kirche
  • 14:45 – 15:15 Uhr – Bühne Pferdemarkt
  • 17:00 – 17:30 Uhr – Bühne Stader Stadthafen

 

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