Wie aus Abwasser kostbares Nass wird

Gereinigtes Abwasser ist ein kostbares Gut. Doch bis aus dem Abwasser aus Toiletten, Waschmaschinen und Co. wieder sauberes Wasser wird, ist es buchstäblich ein langer Weg. Das Kanalnetz der Hansestadt Stade umfasst insgesamt 219 Kilometer Schmutzwasserkanal und 227 Kilometer Regenwasserkanal. Der Reinigungsprozess in der Kläranlage der Abwasserentsorgung Stade (AES) ist dann überraschend schnell. „Die Reinigungszeit liegt im Durchschnitt bei rund zwölf Stunden“, erklärt Simone Meiert, Fachbereichsleitung der AES.

Die Stader Kläranlage reinigt bei trockenem Wetter täglich rund 10.000 Kubikmeter Abwasser. Der durchschnittliche Wasserverbrauch liegt bundesweit bei rund 120 Liter pro Kopf. Allerdings erschweren Müll und andere Gegenstände derzeit vermehrt die Arbeit der 28 AES-Mitarbeiter. Vor allem Feuchttücher landen fälschlicherweise in der Toilette. Diese besonders reißfesten Tücher verstopfen die Kanalisation und verfangen sich in den Abwasserpumpen. „Feucht- und Babytücher gefährden die zuverlässige und umweltschonende Abwasserentsorgung und verursachen zusätzliche Kosten“, betont Simone Meiert.
Drei Reinigungsprozesse durchläuft das eingeleitete Abwasser, das aus der Hansestadt Stade, dem Abwasserzweckverband Bützfleth/ Assel und der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten bei der Stader Kläranlage in der Harschenflether Vorstadt ankommt. Während der mechanischen Reinigung durchfließt das Abwasser durch die Rechenanlage, um grobe Inhaltsstoffe zu entfernen. Ein sogenannter Sandfang nimmt mineralische Verunreinigungen wie Sand auf – sie setzen sich dort dank der Schwerkraft ab. Im Vorklärbecken können durch die Schwerkraft langsam absinkende und aufschwimmende Stoffe entfernt werden.

Das darf nicht ins Abwasser

  • Speisereste, Speisefette und –öle
  • Hygieneartikel, Windeln, Haare, Kondome, Wattestäbchen und Feuchttücher
  • Zigarettenkippen, Rasier-klingen, Papier, Plastik und andere feste Abfälle
  • feste und flüssige
  • Medikamente

Bei der biologischen Reinigung bauen Bakterien und andere Mikroorganismen mittels Sauerstoff organische Stoffe ab. In diesem Belebungsbecken wird durch das Belüften ständig neuer Sauerstoff hinzugefügt. Zudem findet in der biologischen Stufe die weitergehende Abwasserreinigung statt. Hier geht es vorrangig um die Entnahme der Pflanzennährstoffe Stickstoff und Phosphor. Im sogenannten Nachklärbecken werden dann der Schlamm und das Abwasser getrennt. Da die Entfernung von Phosphor in der biologischen Stufe nicht ausreicht, erfolgt die weitere Entfernung durch einen chemischen Prozess. Dazu wird der biologischen Stufe ein Fällungsmittel zugegeben, welches den Phosphor bindet und mit der Schlammabtrennung dem Abwasser entzogen wird.
Erst dann kann das gereinigte Abwasser in die Schwinge geleitet werden. „Dafür haben wir eine wasserrechtliche Erlaubnis, in der Grenzwerte festgelegt sind“, erklärt Simone Meiert. So ist garantiert, das ausschließlich unbedenkliches, gereinigtes Abwasser in die Schwinge gelangt.
Der entwässerte Klärschlamm wird aufgrund der guten Qualität als Düngemittel in die landwirtschaftliche Verwertung gegeben.
Das anfallende Oberflächenwasser fließt über die Kanalisation in sogenannte Vorfluter, wie Gräben, Heidbeck und Schwinge.
(nd)

Weitere Informationen zur Kläranlage sowie zum Kanalnetz und wie das Abwasser geschont werden kann, gibt es unter: Tel.: 04141 404-201

E-Mail: info@ abwasserentsorgung- stade.de

Web: www.abwasserentsorgung- stade.de

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