Eisspeicher sind effektiv und umweltfreundlich – Stader Neubauprojekt wird mit innovativer Technik ausgestattet

In der Siedestraße, im neuen  Stader Baugebiet „Am Festplatz“, wird derzeit ein Mehrfamilienhaus realisiert. Bauherr ist die Zukunft Bauen GmbH & Co. KG. Das Gebäude wird mit einer Eisspeicher-Anlage ausgestattet. Die Stadtwerke Stade übernehmen die Betriebsführung, Wartung und Überwachung der Anlage. Die zukünftigen Mieter haben so einen verlässlichen Partner an ihrer Seite, der sich um alle Belange der Heizungsanlage kümmert. Mehr Informationen zum Bauprojekt und den Wohnungsofferten gibt es unter www.festplatz-stade.de

Das Prinzip der Eislagerung hat in die moderne Wärmetechnik Einzug gehalten. Bislang wurden Eisspeicher vorwiegend in großem Stil, beispielsweise für öffentliche Gebäude, verwendet. Mittlerweile wird die Lagerung von Energie in einem Eisspeicher auch für Einfamilienhäuser angewendet, denn das Prinzip schont nachhaltig die Umwelt und ist ohne großen Aufwand zu realisieren.

Grundlage bildet ein in die Erde eingegrabener Betonspeicher, der unterirdisch platziert wird. Sein Einbau ist völlig unproblematisch, da bei einer Einbautiefe bis zu vier Metern keine Genehmigung erforderlich ist. Der Behälter wird mit Wasser befüllt, welches im Verlauf des technologischen Vorganges zu Eis gefriert und wieder auftaut.

Der Eisspeicher nutzt die sogenannte Kristallisationswärme. Diese Kristallisationswärme wird freigesetzt, wenn ein Stoff, in diesem Fall das Wasser, seinen Aggregatzustand von flüssig nach fest oder umgekehrt ändert. Um ein Liter Eis zu schmelzen, ist etwa die gleiche Wärmemenge erforderlich, um einen Liter Wasser von 0°C auf 80°C zu erwärmen.

Ergänzt wird das System durch eine Wärmepumpe, die dem Eisspeicher die Wärme entzieht, beziehungsweise zuführt und sie in die Räume leitet. Die Wärmepumpe entzieht dem Eisspeicher seine Energie und lässt dadurch das Wasser gefrieren. Sie wandelt die Energie im Eisspeicher in Wärmeenergie um. Dieser Vorgang erfolgt in einem Wärmetauscher. Durch das Schmelzen des Eises wird dem Wasser wieder Energie zugeführt. Diese Energie kann dann wieder durch die Wärmepumpe aufgenommen werden und in Heizwärme umgewandelt werden. Als Energieträger können Sonne, Eis, Wasser, Luft und Erde gleichzeitig genutzt werden. Jeder von ihnen ist regenerativ, umweltfreundlich und steht nahezu kostenlos und unbegrenzt zur Verfügung.

Damit reicht nahezu jede Wettersituation aus, um Energie zu erzeugen, die dem Eisspeicher zugeführt wird.
Die Technologie der Eisheizung ermöglicht es, diese Energie jederzeit der Heizungsanlage oder der Brauchwassererwärmung zuzuführen.

Weitere Informationen bieten Ihnen  unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kundencenter der Stadtwerke Stade oder unter

Telefon: 04141 / 404-445
E-Mail: energie@stadtwerke-stade.de

 

Komponenten des Eisspeicher Systems

Solar_Eis1. SolarLuft-Kollektor. Er nimmt die Wärme der Sonne und der erwärmten Umgebungsluft auf und dies auch bei Bewölkung oder diffuser Strahlung. Überschüsse im Sommer werden im Eisspeicher (3) eingelagert.

2. Der Eisspeicher. In der warmen Jahreszeit wird hier überschüssige Sonnenenergie in großvolumigen Wassermengen auf niedrigem Temperaturniveau gespeichert. Mit Beginn der kalten Jahreszeit wird die Wärme dem unterirdischen Speicher entzogen und über die Wärmepumpe (4) dem Warmwasserspeicher (5) und dem Heizsystem zugeführt. Beim kontrollierten Phasenübergang von Wasser zu Eis werden dabei große Mengen an Kristallisationsenergie freigesetzt. Das Eis kann im folgenden Sommer zur kostenlosen Kühlung verwendet werden.

3. Eisspeicher-Steuerung. Sie dirigiert das Gesamtsystem und entscheidet, wann der SolarLuft-Kollektor Wärme in den Eisspeicher (2) einspeist oder ob die zur Verfügung stehende Energie direkt über die Wärmepumpe an das Gebäude abgegeben werden soll.

4. Wärmepumpe. Sie entzieht dem unterirdischen Eisspeicher (3) Wärme und führt sie dem Warmwasserspeicher (2) und dem Heizsystem zu. Gleichzeitig versorgt sie die Räume mit Wärme.

5. Warmwasserspeicher. Er speichert die Wärme, die für die Warmwasserversorgung benötigt wird. Er bezieht seine Wärme über die Wärmepumpe (4).

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