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Im Gespräch mit Carolin Fortenbacher und Nik Breidenbach,

die am 17. Februar  in „Oh Alpenglühn!” im STADEUM  zu erleben sind

© Oliver FantitschMitsingen, Mitklatschen und Mitschunkeln ist bei der Musikkomödie „Oh Alpenglühn!“ garantiert. Carolin Fortenbacher und Nik Breidenbach nehmen mit der irrsinnigen und zugleich urkomischen Story ihr Publikum mit auf den Spaßgipfel. Die gestresste Musicaldiva sucht Zuflucht im Wellnesshotel vom Bergbauer Leopold  in den bayerischen Alpen – eine zweistündige Gaudi  nimmt ihren Lauf. Doch nicht nur die Zuschauer haben mit den Stücken von Johann Strauß über Heino und Boy George bis hin zu Lady Gaga mächtig viel Spaß, sondern auch die beiden Hauptdarsteller. Warum Carolin Fortenbacher und Nik Breidenbach so gerne miteinander auf der Bühne stehen und ob das Stadeum-Publikum am 17. Febraur in Dirndl und Lederhosen kommen sollte, verraten die beiden Hamburger Schauspieler im Gespräch mit Nina Dede. 

Frau Fortenbacher, Sie sind in Hamburg geboren, leben in Hamburg und haben auch viele Engagements dort. Wieso ist ausgerechnet in der Hansestadt das Stück „Oh Alpenglühn!“ mit Dirndl, Lederhosen und Alpen-Klassikern so erfolgreich?

Fortenbacher: Interessant ist immer, wenn Gegensätze aufeinander prallen, denken Sie an den berühmten „Amerikaner in Paris“ oder den „Englishman in New York“ von Sting, oder an berühmte ungleiche Filmpaare wie den Profikiller und das kleine Mädchen in „Leon, der Profi“ oder an „Harold und Maude“. Und so spiele ich hier eine Hamburgerin, die mit der ihr völlig fremden Alpenwelt konfrontiert wird.

Die Hamburger gelten ja eher als hanseatisch zurückhaltend, einige bezeichnen sie sogar als steif.

Breidenbach: So erlebe ich Hamburg gar nicht. Außerdem kommt das Publikum von überall her. Ich mag das Publikum. Wir nehmen uns selber nicht so ernst. Die Leute lieben das Stück, weil sie sehen, dass wir es lieben. Wir haben einfach großen Spaß und das überträgt sich.

Das Stadeum-Publikum kann sich also auf einen komischen Abend freuen?

Fortenbacher: Die Zuschauer erwartet ein schriller Abend voller toller Musik aus Pop, Schlager und Klassik, eingebettet in eine herrlich absurde Komödie um zwei extreme Exemplare ihrer Art: Eine Großstadt-Diva und einen Alpen-Grantler.

Sollten die Zuschauer in bayerischer Tracht kommen?

Fortenbacher: Auf unsere Kostüme dürfen Sie sich freuen, aber auch das Publikum ist herzlich eingeladen, Dirndl und Lederhose aus dem Schrank zu holen!

Breidenbach: Wir freuen uns, aber jeder darf so kommen, wie er sich wohlfühlt.

Was hat Carolin Fortenbacher mit der Diva gemeinsam, außer dass beide Musicalstars sind?

Fortenbacher: Alles. Sehen Sie sich das Stück an, dann wissen Sie genau, wie ich bin!

Herr Breidenbach, Sie wissen schon, wie Ihre Kollegin ist, schließlich stehen Sie auch in der musikalischen Komödie „Entführung aus dem Paradies“ mit Frau Fortenbacher auf der Bühne. Offensichtlich können Sie besonders gut miteinander spielen.

Breidenbach: Die Chemie stimmt auf jeden Fall zwischen uns. Wir haben immer eine gute Zeit zusammen. „Oh Alpenglühn!“ ist unser erstes Stück, vorher kannten wir uns nicht. Das hat aber so gut funktioniert, dass wir in der Kombination gerne wieder auf der Bühne stehen. Ich denke, es wird auch nicht das letzte Mal gewesen sein.

Ist schon etwas geplant?

Breidenbach: Nein, das ist nur mein Gefühl. Erstmal sind wir bis 2017 ausgebucht mit unseren beiden Stücken und damit unterwegs.

Fortenbacher: Nik ist ein phantastischer Kollege, mit dem diese sehr unkonventionelle Art zu spielen gelingt. Dazu gehört absolutes Vertrauen, sehr genaues Zusammenspiel und die unbändige Lust, sich miteinander frei in den Rollen zu bewegen. Dazu bedarf es in der Tat eines sehr gut eingespielten Teams.

Nik Breidenbach stand auch schon vor der Fernsehkamera – wieso bevorzugen Sie die Bühne?

Fortenbacher: Ich liebe den Kontakt zum Publikum. Im Theater bilden Künstler und Publikum eine Einheit, es entsteht eine Art Dialog, wenn die Leute lachen, vielleicht gerührt sind oder auch einfach gebannt zuhören. Man spürt das Publikum und wird davon getragen. Das ist mir die liebste Art, künstlerisch zu arbeiten.

Herr Breidenbach, was ist für Sie besser: Theater oder Film?

Breidenbach: Das sind zwei ganz verschiedene Genres. Beim Theater hat man das direkte Feedback. Die Filmarbeit ist viel intimer, gleichzeitig sehr viel schneller. Bei einer Soap zum Beispiel ist relativ wenig Probenzeit. Das vermisse ich im Fernsehen – ich würde sehr gerne ein bisschen mehr proben können, damit die Sache etwas runder wird und sich alle besser aufeinander abstimmen können. Im Theater würde ich gerne, wenn ich es mir aussuchen könnte, nicht ganz so oft hintereinander dasselbe spielen. Ich mache lieber schnell etwas Neues. Das klappt derzeit aber ganz gut.

Beim Theater können Sie singen – im Gegensatz zum Fernsehen. 

Breidenbach: Damit sollten wir vielleicht mal anfangen. Eine Musicalserie könnte man ins Leben rufen. Ich liebe beides sehr. Ich würde aber gerne mal wieder drehen, wenn ich jetzt so darüber nachdenke.

Die Musik spielt auch in Ihrem Leben, Frau Fortenbacher, eine große Rolle. Sie haben mit Ihrem Mann Sascha Rotermund im September eine CD herausgebracht. Was macht mehr Spaß: Theater oder Konzerte – oder ist eben die Kombination aus beidem in einer Musikkomödie das Optimum?

Fortenbacher: „Fortenbacher’s Intimate Night“ ist in der Tat zurzeit mein liebstes Kind, weil mein Mann und ich es komplett aus eigener Kraft haben entstehen lassen. Ich liebe die Konzentration und die Ruhe dieser Musik und auch die intime Atmosphäre der Konzerte. Aber ich bin eine Freundin der Vielfalt. So liebe ich die Komödien genau so wie die ernsten Stücke und die Konzerte mit großem Orchester genau so wie das intime Club-Konzert. Im Einzelnen kommt es immer auf das jeweilige Stück und die Umsetzung an. Ein allgemeines Optimum gibt es da für mich nicht.

Für das Privatleben ist Theater aber doch gewiss eine größere Herausforderung – schließlich stehen hier immer wieder Tourneen auf dem Programm?

Fortenbacher: Das stimmt. Glücklicherweise arbeiten mein Mann, der Schauspieler und Musiker ist, und ich sehr regelmäßig zusammen, zum Beispiel im Stück „Pasta e Basta“ und natürlich in unseren zahlreichen Konzerten. Aber auch darüber hinaus versuchen wir, uns nach Möglichkeit bei unseren Gastspielen zu begleiten und das kriegen wir ganz gut hin.

Und wie gehen Sie mit den Tourneen und den vielen Nächten in Hotels um, Herr Breidenbach?

Breidenbach: Ich habe mir den Beruf ausgesucht, weil ich den gerne machen möchte. Dann weiß man, dass das so läuft. Es wäre also komisch, wenn ich mich darüber beschwere. Das ist mein Leben und ich liebe es, so wie es ist. Ich habe außerdem das Glück, dass ich mir in Hamburg mit dem Schmidts Tivoli so eine Art Stammhaus erarbeitet habe. Daher bin ich gar nicht mehr so viel so lange weg. Ich habe das Glück, in der Stadt, in der ich wohne, auch zu arbeiten.

Vielen Dank für das Gespräch!